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Öffentlich lesbarer Thread
Wenn die Suche nach Sinn zur Sucht wird
Von blumevor 25 Min.💬 0❤️ 0
Ich sitz hier gerade und denk über Sachen nach, die mir im Moment echt durch den Kopf gehen. Wie ich letztens schon mal angedeutet hab, kämpft mein Bruder ja nicht nur mit der Spielsucht, sondern auch mit dem Cannabis-Konsum. Aber was mich in letzter Zeit beschäftigt, ist diese fast schon zwanghafte Suche nach 'etwas Größerem', nach Sinn und Erleuchtung, die er da an den Tag legt. Er liest alles Mögliche, von spirituellen Texten bis zu esoterischem Kram, und redet davon, wie er die 'wahre Natur des Seins' verstehen muss. zum einen finde ich es ja gut, dass er sich mit solchen Dingen auseinandersetzt, das ist ja eigentlich was Positives, oder? Aber zum anderen hab ich das Gefühl, dass er das nur als eine weitere Flucht nutzt. Statt sich seinen Problemen zu stellen, taucht er halt in diese neuen Welten ab. Er verliert sich in Theorien und Idealen, anstatt im Hier und Jetzt anzukommen.
Letzte Woche hat er mir ernsthaft erklärt, dass seine Glücksspiel-Verluste Teil eines "kosmischen Plans" seien, um ihn zu mehr Achtsamkeit zu zwingen. Ich musste echt schlucken, weil das so abgedreht klingt, aber gleichzeitig auch so eine gewisse Logik hat, wenn man mal versucht, sich in seine Denkweise reinzuversetzen. Ich meine, wenn man nicht mehr weiterweiß und sich hilflos fühlt, sucht man doch nach irgendeiner Erklärung, oder?
Meine Frage ist: Wo ist die Grenze? Kann diese Suche nach Sinn und Erkenntnis auch zu einer Art Sucht werden, die einen genauso von der Realität entkoppelt wie jede andere Abhängigkeit? Und wie erkennt man den Unterschied zwischen echter spiritueller Entwicklung und einer neuen Form des Eskapismus? Ich bin da irgendwie ratlos und hab Angst, dass er sich damit noch tiefer in seine Probleme reinmanövriert. Hat jemand von euch vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder Gedanken dazu?
Wenn die Suche nach Sinn zur Sucht wird
Von blume · · 0 Antworten · 0 Reaktionen
Ich sitz hier gerade und denk über Sachen nach, die mir im Moment echt durch den Kopf gehen. Wie ich letztens schon mal angedeutet hab, kämpft mein Bruder ja nicht nur mit der Spielsucht, sondern auch mit dem Cannabis-Konsum. Aber was mich in letzter Zeit beschäftigt, ist diese fast schon zwanghafte Suche nach 'etwas Größerem', nach Sinn und Erleuchtung, die er da an den Tag legt. Er liest alles Mögliche, von spirituellen Texten bis zu esoterischem Kram, und redet davon, wie er die 'wahre Natur des Seins' verstehen muss. zum einen finde ich es ja gut, dass er sich mit solchen Dingen auseinandersetzt, das ist ja eigentlich was Positives, oder? Aber zum anderen hab ich das Gefühl, dass er das nur als eine weitere Flucht nutzt. Statt sich seinen Problemen zu stellen, taucht er halt in diese neuen Welten ab. Er verliert sich in Theorien und Idealen, anstatt im Hier und Jetzt anzukommen.
Letzte Woche hat er mir ernsthaft erklärt, dass seine Glücksspiel-Verluste Teil eines "kosmischen Plans" seien, um ihn zu mehr Achtsamkeit zu zwingen. Ich musste echt schlucken, weil das so abgedreht klingt, aber gleichzeitig auch so eine gewisse Logik hat, wenn man mal versucht, sich in seine Denkweise reinzuversetzen. Ich meine, wenn man nicht mehr weiterweiß und sich hilflos fühlt, sucht man doch nach irgendeiner Erklärung, oder?
Meine Frage ist: Wo ist die Grenze? Kann diese Suche nach Sinn und Erkenntnis auch zu einer Art Sucht werden, die einen genauso von der Realität entkoppelt wie jede andere Abhängigkeit? Und wie erkennt man den Unterschied zwischen echter spiritueller Entwicklung und einer neuen Form des Eskapismus? Ich bin da irgendwie ratlos und hab Angst, dass er sich damit noch tiefer in seine Probleme reinmanövriert. Hat jemand von euch vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder Gedanken dazu?