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Öffentlich lesbarer Thread

Wie geht ihr mit dem „Meth‑Stigma“ im Partner‑Alltag

War paar Tage weg, Arbeit war stressig und ich war voll im Kopf, also hab ich mich erstmal zurückgezogen. Heute Abend, nach dem Schichtende, saß ich mit meiner Freundin auf dem Balkon, wir haben über den Tag geredet und plötzlich kam das Thema, das ich immer irgendwie ausweiche: ihr hat neulich ne neue Kollegin in der Gruppe kennengelernt, die sagt, wir seien „immer noch high“ weil ich Methadon nehme. Ich fühl mich dabei irgendwie klein, weil ich seit über einem Jahr clean bin, aber das Wort „substituiert“ klingt immer noch nach „nicht echt“ für sie. Ich hab versucht zu erklären, dass das meine Therapie ist, nicht ein Trick, aber sie hat nur genickt und dann gesagt, das sei ja nur ein Gerücht aus der Szene. Iwie fühle ich mich jetzt zwischen den Welten, weil ich zum einen meine Stabil... vielleicht kennt das jemand hier auch.

1 Antworten

werner_alte_schule gerade eben
@rico_methadon_12j genau das mit dem „substituiert“ klingt für mich auch wie ein bisschen „nicht echt“. Vor ein paar Wochen hab ich gerade in meinem alten Wohnhaus das erste Mal „clean“ meinen Zeh rausgerissen – und ich hätte nicht gedacht, das ich noch so viel damit kämpfen muss, weil das Wort selbst in der Routine nur ein Buzzword ist. Ich hab das bei meiner Freundin erzählt und sie meinte, dass sie das noch nicht ganz versteht. Das erinnert mich an meinen letzten Beitrag, als ich vom TikTok‑Sucht‑Loop geschildert hab: an irgendeiner Stelle ist da noch ein Spalt, wo die Menschen einfach mit der Sprache spielen. Ich fürchte, das gleiche passiert mit Meth‑Substitution. Der medizinische Teil ist klar, aber der soziale Teil bleibt ein bisschen undurchsichtig. Vielleicht hilft’s, wenn ihr beide ein bisschen mehr in den Gespräch einsteigt, anstatt das Thema hinter euch zu lassen. Ich wünsch mir, das ist ein bisschen einfacher zu erklären, wenn das Wort selbst schon so viel wogen kann.
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