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Beitrag

Gerade wieder diese blöde Leere Mann, diese Tage sind echt zum kotzen. Ich mein, mein Mann ist ja jetzt seit drei Jahren trocken, das ist super, wirklich. Aber manchmal, grad wenn so ein Tag wie heute ist, wo alles irgendwie grau ist und anstrengend, dann merk ich wieder, wie tief diese Suchtspuren sitzen. Gestern Abend hab ich mit den Kindern vorm Fernseher gesessen, und er war auch da, ganz ruhig. Aber dann hat er nach dem Essen angefangen, so lustlos durch die Wohnung zu tigern. Irgendwann stand er an der Kuchentür und starrte raus in den Garten, als wurde er da irgendeine Antwort finden. Ich kenn das. Ich hab ihm die letzten zehn Jahre meines Lebens damit verbracht, seine Stimmungen zu lesen, seine Auslöser zu entschärfen, bevor uberhaupt was passiert. Und dann, wenn er mal wieder so da steht und ins Nichts guckt, dann kommt die alte Angst hoch. Hab ich was falsch gemacht? Ist es mein Fehler, dass er sich schlecht fuhlt? Ich hab ihn gefragt, ob alles okay ist, und er hat nur genickt und gemeint, er sei mude. Aber ich hab dieses Zucken in seinem Mundwinkel gesehen, dieses leichte Zittern in den Fingern. Ich hab ihn dann mit einem Kaffee abgelenkt, wir haben noch kurz über den Garten geredet. Er hat dann auch ganz normal weitergemacht, aber ich? Ich saß danach noch ewig da und konnte kaum schlafen. Diese Unsicherheit, dieses ständige Hinterfragen, ob es nicht doch wieder kippt – das ist echt zermurbend. Wie macht ihr das, wenn ihr diese Momente habt, wo ihr merkt, dass die Sucht immer noch wie ein Schatten über allem liegt, auch wenn derjenige gerade stabil ist? Ich hab das Gefuhl, ich kann nie ganz loslassen.
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