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Fitness als letzter Anker – geht das noch, wenn das Herz schwer ist

Ich sitz gerade im Gym, die Hanteln klirren und das Radio spielt leise 80er‑Hits, und trotzdem fühl ich mich, als ob das ganze Haus um mich rum zusammenbricht. Wie ich letztens in meinem Post über das Kontrollverlangen geschrieben habe, habe ich das Bedürfnis, jede Kleinigkeit festzuhalten – jetzt ist das hier mein Versuch, den Körper zu benutzen, damit ich nicht komplett in den Kopf falle. Mein Mann ist seit einem Jahr tot, nach seiner Fentanyl‑Überdosis. Er hatte die Substitution abgebrochen, weil er keinen Job mehr hatte, und dann kam das alles viel zu schnell. Ich hab damals das Naloxon erst zu spät bekommen, und das hat mich bis heute nicht losgelassen. Jetzt versuch ich, durch das Training wenigstens ein bisschen Kontrolle zurückzugewinnen, aber ich frage mich ständig, ob das überhaupt noch Sinn macht. Mein ältester Sohn kifft immer mehr, und ich seh den gleichen Abgrund, den mein Mann kannten, wieder auftauchen. Ich will nicht, das er genauso endet, aber ich weiß auch nicht, wie ich ihm helfen soll, ohne dass ich selber wieder in den Abgrund gerate. Vielleicht hilft euch ja das ein oder andere Training, das euch durch schwere Tage trägt? Ich habe das Gefühl, dass das Gewichtheben mich kurzzeitig von den Gedanken an das leere Bett ablenkt, aber sobald ich die Tür zum Fitnessstudio schließe, kommt die Stille zurück und ich hör das Ticken der Mikrowelle, das mich an die letzte Nacht erinnert. Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie schafft ihr es, die körperliche Anstrengung nicht nur als Flucht, sondern als echten Halt zu nutzen? Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt. 🙏
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