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Öffentlich lesbarer Thread
Wie hat sich die Sucht‑Hilfe seit den 80ern verändert – und was bleibt gleich
Von werner_alte_schulevor 6 Std.💬 0❤️ 0
Mittag, ich sitz am Fenster meiner geförderten Wohnung und seh die Sonne über den Hinterhof flackern. Kaum ein paar Tage clean – 14 Tage, um genau zu sein – und ich fang an, mir die ganze Geschichte nochmal anzuschauen. Als ich in den späten 70ern das erste Mal in die Westberliner Szene reingezogen bin, war das System ein wilder Dschungel aus Notunterkünften, Selbsthilfe‑Kreisen in Kellerkneipen und Ärzten, die entweder nur ein paar Tabletten verschrieben oder mich ganz abgewiesen haben. Die ersten Entzugskliniken waren oft überfüllt, das Personal müde und die Therapie eher ein Sprung ins kalte Wasser.
Heute, nach vier Jahrzehnten, gibt’s Polamidon‑Substitution, ein Netzwerk aus Sozialarbeiter*innen, die mir regelmäßig an die Tür klopfen, um zu fragen, ob ich noch was zum Essen brauche. Die Therapie ist strukturiert. und es gibt feste Termine. und sogar digitale Sprechstunden. Trotzdem spüre ich das gleiche Gefühl von Stigma, wenn ich das Wort „Abhängiger“ höre – das hat sich kaum geändert. Und die Bürokratie? Die ist jetzt digital, aber das Warten auf Formulare und Genehmigungen ist immer noch ein Marathon, der mancmal länger dauert als ein Entzug selbst.
Ich frag mich: Welche Teile des alten Systems, die vielleicht gar nicht so schlecht waren, haben wir verloren, weil wir alles modernisieren wollten? Gibt’s hier jemanden, der ähnlich erlebt hat, dass manche alte Rituale – zum Beispiel das wöchentliche Treffen in der alten Kneipe, wo man ehrlich über den Tag redet – doch noch einen Platz im heutigen Hilfesystem finden könnten? Ich würde gern eure Gedanken dazu hören. 🙏
Wie hat sich die Sucht‑Hilfe seit den 80ern verändert – und was bleibt gleich
Von werner_alte_schule · · 0 Antworten · 0 Reaktionen
Mittag, ich sitz am Fenster meiner geförderten Wohnung und seh die Sonne über den Hinterhof flackern. Kaum ein paar Tage clean – 14 Tage, um genau zu sein – und ich fang an, mir die ganze Geschichte nochmal anzuschauen. Als ich in den späten 70ern das erste Mal in die Westberliner Szene reingezogen bin, war das System ein wilder Dschungel aus Notunterkünften, Selbsthilfe‑Kreisen in Kellerkneipen und Ärzten, die entweder nur ein paar Tabletten verschrieben oder mich ganz abgewiesen haben. Die ersten Entzugskliniken waren oft überfüllt, das Personal müde und die Therapie eher ein Sprung ins kalte Wasser.
Heute, nach vier Jahrzehnten, gibt’s Polamidon‑Substitution, ein Netzwerk aus Sozialarbeiter*innen, die mir regelmäßig an die Tür klopfen, um zu fragen, ob ich noch was zum Essen brauche. Die Therapie ist strukturiert. und es gibt feste Termine. und sogar digitale Sprechstunden. Trotzdem spüre ich das gleiche Gefühl von Stigma, wenn ich das Wort „Abhängiger“ höre – das hat sich kaum geändert. Und die Bürokratie? Die ist jetzt digital, aber das Warten auf Formulare und Genehmigungen ist immer noch ein Marathon, der mancmal länger dauert als ein Entzug selbst.
Ich frag mich: Welche Teile des alten Systems, die vielleicht gar nicht so schlecht waren, haben wir verloren, weil wir alles modernisieren wollten? Gibt’s hier jemanden, der ähnlich erlebt hat, dass manche alte Rituale – zum Beispiel das wöchentliche Treffen in der alten Kneipe, wo man ehrlich über den Tag redet – doch noch einen Platz im heutigen Hilfesystem finden könnten? Ich würde gern eure Gedanken dazu hören. 🙏