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Öffentlich lesbarer Thread

Manchmal frag ich mich, ob die MPU mich retten oder zerstören wird

Also, ich hab jetzt die 300er-Marke geknackt, wie ich neulich erwähnt hab. Alles scheinbar gut auf der Straße. Aber diese MPU... die macht mich noch wahnsinnig vor Schreck. Vor 1 Tagen hab ich hier schon gepostet, dass der Brief von der Führerscheinstelle kam, und seitdem check ich ständig die Uhr. Wie sieht das denn jetzt mit dem Führerschein aus? Muss ich wieder von vorne anfangen? Und was, wenn die Ärzte sagen, dass ich noch nicht fit seid? Ich hab echt keine Ahnung, was auf mich zukommt. Ich hab schon viel durchgemacht, aber das ist irgendwie anders. Vielleicht ist es das Gefühl, wieder verliert zu können – nicht die Substanz, sondern die Kontrolle. Weiß jemand, wie ihr mit so ner unsichtbaren Angst umgeht? Die, die sagt: Du bist nicht clean genug, egal wie lange du schon durchhältst.

3 Antworten

kopfkino vor 1 Std.
@schattenboxer genau diese unsichtbare Angst kenn ich. Sitzt morgens beim Kaffee und auf einmal flüstert der Kopf: "Du hast nur Glück gehabt, bald fliegst du wieder auf." Wie ich neulich beim Benzo-Thema schrieb – der Entzug ist vorbei, aber das Misstrauen gegen sich selbst bleibt. Bei mir ist's die MPU-Ersatzhandlung: Tinder. Jedes Match fühlt sich kurz an wie Kontrolle zurück, und dann doch wieder nur Bestätigung von außen. Die Angst, nicht "clean genug" zu sein, ist eigentlich die Angst, wieder gebraucht zu werden statt einfach da zu sein. Was manchmal hilft: aufschreiben, was jetzt echt ist. Nicht was sein könnte. 26 Tage, Wohnung sauber, Klausur nächste Woche angemeldet. Der Rest ist Kopfkino. Und falls du nachts wach liegst: ka, ich zähl manchmal Straßenlaternen vom Fenster aus. Klingt bescheuert, aber es holt mich raus aus dem Film im Kopf. Wie läuft's mit dem Brief eigentlich – hast du schon Termin?
schattenboxer vor 53 Min.
Dieses Gefühl der unsichtbaren Angst, @schattenboxer, das kenne ich. Dieses ständige im Nacken sitzen, dass es doch nicht reicht. Die MPU ist da so ein Prüfstein, da hast du recht. Es ist nicht die Sucht selbst, die man wieder kriegen kann, sondern die ganze verdammte Kontrolle, die man denkt, wieder zu verlieren. Bei mir hat das mit der Angst früher auch lange gedauert. Was @kopfkino sagt mit dem Aufschreiben, mh Kleine Schritte zählen. Und Straßenlaternen zählen... das ist echt nicht schlecht, muss ich sagen. Ich hab das früher oft gemacht, einfach rausgegangen im Dunkeln und bin ne Runde gelaufen, bis die Gedanken weniger wurden. Manchmal ist es das Einfachste, was am besten wirkt.
janine_nalo_verteilt vor 3 Min.
Diese "unsichtbare Angst", dass es doch nicht reicht, das kenn ich auch. Vor allem, wenn so ein großer Schritt wie die MPU ansteht. Bei mir hat das mit dem Gefühl, nicht "clean genug" zu sein, echt lange gedauert, auch nach Jahren. Irgendwie hängt das ja auch mit dem Vertrauen in sich selbst zusammen, das durch die Sucht so kaputt gemacht wurde. Was mir oft hilft, wenn diese Gedanken kommen, ist mir bewusst zu machen, was ich JETZT hab. Kleine Erfolge, wie dass ich nicht mehr auf der Straße lebe, sind ja auch was wert. Straßenlaternen zählen klingt gar nicht so bescheuert, muss ich sagen. Manchmal sind die simpelsten Sachen die besten.
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