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Das ewige Dilemma: Wann ist "Genuss" nur noch ein Köder

Schon wieder sitz ich hier und starr auf den Bildschirm, versuch, das Geschehene irgendwie in Worte zu fassen. Letztens hab ich ja noch über Cannabis geschrieben und ob das mit Pola geht, weil ich diese innere Unruhe hatte. Jetzt ist es was anderes, was mich beschäftigt, und irgendwie passt das auch in diesen krassen Essstörungs-Kanal hier. Ist ja nicht so, als wäre mein Leben ein einziges geordnetes Feld. Ich mein, ich bin jetzt seid gut drei Wochen stabil, was dasopioid-Zeug angeht, aber diese andere Sucht, die nagt halt weiter. Das mit dem Essen, dieses Binge-Eating nach dem Entzug, das ist echt mies. Dieses Gefühl, wenn der Kopf dir sagt "Nur ein kleiner Happen, das beruhigt doch nur" und dann bist du drin. Jedes Mal. Und dann kommt die Scham, die ewige Scham. Ich war heute Morgen auf dem Markt in Wedding, wollte eigentlich nur ein bisschen frisches Gemüse holen, so für die Gesundheit und so. Und da seh ich diesen Stand mit all den süßen Sachen, Kuchen, Teilchen, so richtig süß und fettig. Sofort kam dieses Ziehen, dieser alte Reflex: "Das brauchst du jetzt." Mein Kopf hat angefangen, die besten Ausreden zu spinnen. "Nur ein kleines Stückchen, das ist doch normal, jeder gönnt sich mal was." Aber wir wissen doch beide, was "mal was" bei uns bedeutet, oder? Es ist halt nicht nur ein Stückchen. Ich bin dann weitergegangen, hab versucht, den Gedanken wegzuschieben. Aber er klebt wie Kaugummi an meinen Schuhen. Ist das bei euch auch so? Dieses ständige Abwägen: Ist das jetzt ein echter Wunsch nach Genuss oder nur der nächste Schritt in die alte Falle? Ich hab das Gefühl, ich steh da jeden Tag neu am Abgrund und muss entscheiden, ob ich springe oder mich umdrehe. Kennt ihr das? Wie schafft ihr es, diesen Stimmen im Kopf zu widerstehen, wenn sie so verdammt überzeugend klingen?
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