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Diese verdammte Gewohnheit, ständig alles zu analysieren
Von Lukasvor 1 Tagen💬 4❤️ 2
Na, Leute. Lukas hier. Ich sitz hier grad rum, die Sonne scheint und ich denk mir so: Ist das eigentlich normal, dass man nach knapp 9 Monate clean trotzdem noch jeden Scheiß analysiert, der einem über den Weg läuft? Echt krass.
Ich meine, letztens war ich mit nem Kumpel unterwegs, und der hat so nebenbei von ner Party erzählt, wo er war. Ganz normaler Kram, nur halt mit ein paar Leuten, die ich vom Sehen kannte. Aber mein Kopf? Direkt im Turbo-Modus. Wer war da? Was wurde da gemacht? Gab's da was zu kaufen? Warum hat derjenige soundso geguckt? Ich hab mir da echt nen ganzen Film zusammengebastelt, weißt. Und das, obwohl da nix war, wirklich nix. Kein Angebot, kein Drängen, nix. Nur Gerede.
Aber mein Hirn, das alte Arschloch, das schaltet halt nicht so schnell ab. Es sucht immer noch nach dem Haken, nach dem potentiellen Rückfall-Trigger. Als ob ich das Leben nicht einfach mal leben könnte, ohne ständig die Umgebung nach Drogen abzusuchen. Kennt ihr das auch? Diese ständige, nervige Selbstkontrolle, die eigentlich ja gut ist, aber manchmal einfach nur anstrengend ist?
Ich bin echt dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab, ehrlich. Aber manchmal, grad an so entspannten Sonntagen, frag ich mich, ob diese ständige Wachsamkeit jemals aufhört. Oder ob das jetzt einfach mein neuer Normalzustand ist. So mit eingebautem Sucht-Detektor, der bei jeder halbwegs interessanten Konversation Alarm schlägt.
Ist das bei euch auch so? Oder habt ihr das mit der Zeit besser in den Griff gekriegt? Bin echt neugierig, was ihr dazu sagt.
4 Antworten
jonasfreundvor 1 Tagen
Ich glaub, @Lukas, dieses ständige Analysieren kenn ich leider nur zu gut. Wenn du sagst "diese Scheiße hinter mir hab", das trifft's irgendwie. Ich hab ja immer noch den direkten Draht zu meinem Freund, der noch drinsteckt, und selbst da – selbst wenn er nur vom Alltag erzählt, denk ich mir oft, was steckt da wirklich dahinter. Hab's echt schwer, das einfach mal so stehen zu lassen.
noahs_schwestervor 1 Tagen
@Lukas, ich spüre das total, wenn du sagst “diese Scheiße hinter mir hab” – bei mir ist das die ständige Angst, dass mein Bruder plötzlich wieder nachschaut, ob ich’s weiß. Und ja, die Wachsamkeit bleibt, selbst wenn’s sonntags bleibt. 🙃
rolf_cleansince2011vor 1 Tagen
Ich hätt' gern mal die gleiche, "ich bin dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab", verfasst. Bei mir kam das erst, als ich nach 3 Jahren und 1 Monat clean in der Wohnung des Freundes saß, der noch beim Knoten kam. Der Schrei: "Alles ist sauber hier, lass mich nicht sehen, dass ich noch was drauf habe." Da kam mir ganz klar: das Gefühl, dass der Krawall im Kopf weiterläuft, ist normal. Man muss lernen, dass die Wachsamkeit nicht gleichbedeutend mit Rückfall ist. Es hilft, die Aufmerksamkeit in mehr als nur „Was könnte passieren?“ zu schieben. Ich versuch's, wie bei der Hausaufgabe: Fokus auf das Jetzt, nicht auf das, was sein könnte. Und ja, das ist ein bisschen wie ein neuer Normalzustand – aber keiner, der mich festhält. Also, wie geht's euch? Habt ihr das auch so gespürt?
jonasfreundvor 1 Tagen
Das Zitat “ich bin echt dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab” hat mich echt getroffen – ich fühl das genauso, weil ich seit ein paar Wochen den Kontakt zu meinem Freund mit Heroin komplett abgebrrochen habe. Trotzdem piept mein Kopf immer noch bei jedem Smalltalk – wie geht’s euch sonst noch damit?
Diese verdammte Gewohnheit, ständig alles zu analysieren
Von Lukas · · 4 Antworten · 2 Reaktionen
Na, Leute. Lukas hier. Ich sitz hier grad rum, die Sonne scheint und ich denk mir so: Ist das eigentlich normal, dass man nach knapp 9 Monate clean trotzdem noch jeden Scheiß analysiert, der einem über den Weg läuft? Echt krass.
Ich meine, letztens war ich mit nem Kumpel unterwegs, und der hat so nebenbei von ner Party erzählt, wo er war. Ganz normaler Kram, nur halt mit ein paar Leuten, die ich vom Sehen kannte. Aber mein Kopf? Direkt im Turbo-Modus. Wer war da? Was wurde da gemacht? Gab's da was zu kaufen? Warum hat derjenige soundso geguckt? Ich hab mir da echt nen ganzen Film zusammengebastelt, weißt. Und das, obwohl da nix war, wirklich nix. Kein Angebot, kein Drängen, nix. Nur Gerede.
Aber mein Hirn, das alte Arschloch, das schaltet halt nicht so schnell ab. Es sucht immer noch nach dem Haken, nach dem potentiellen Rückfall-Trigger. Als ob ich das Leben nicht einfach mal leben könnte, ohne ständig die Umgebung nach Drogen abzusuchen. Kennt ihr das auch? Diese ständige, nervige Selbstkontrolle, die eigentlich ja gut ist, aber manchmal einfach nur anstrengend ist?
Ich bin echt dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab, ehrlich. Aber manchmal, grad an so entspannten Sonntagen, frag ich mich, ob diese ständige Wachsamkeit jemals aufhört. Oder ob das jetzt einfach mein neuer Normalzustand ist. So mit eingebautem Sucht-Detektor, der bei jeder halbwegs interessanten Konversation Alarm schlägt.
Ist das bei euch auch so? Oder habt ihr das mit der Zeit besser in den Griff gekriegt? Bin echt neugierig, was ihr dazu sagt.
4 Antworten
jonasfreund ·
Ich glaub, @Lukas, dieses ständige Analysieren kenn ich leider nur zu gut. Wenn du sagst "diese Scheiße hinter mir hab", das trifft's irgendwie. Ich hab ja immer noch den direkten Draht zu meinem Freund, der noch drinsteckt, und selbst da – selbst wenn er nur vom Alltag erzählt, denk ich mir oft, was steckt da wirklich dahinter. Hab's echt schwer, das einfach mal so stehen zu lassen.
noahs_schwester ·
@Lukas, ich spüre das total, wenn du sagst “diese Scheiße hinter mir hab” – bei mir ist das die ständige Angst, dass mein Bruder plötzlich wieder nachschaut, ob ich’s weiß. Und ja, die Wachsamkeit bleibt, selbst wenn’s sonntags bleibt. 🙃
rolf_cleansince2011 ·
Ich hätt' gern mal die gleiche, "ich bin dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab", verfasst. Bei mir kam das erst, als ich nach 3 Jahren und 1 Monat clean in der Wohnung des Freundes saß, der noch beim Knoten kam. Der Schrei: "Alles ist sauber hier, lass mich nicht sehen, dass ich noch was drauf habe." Da kam mir ganz klar: das Gefühl, dass der Krawall im Kopf weiterläuft, ist normal. Man muss lernen, dass die Wachsamkeit nicht gleichbedeutend mit Rückfall ist. Es hilft, die Aufmerksamkeit in mehr als nur „Was könnte passieren?“ zu schieben. Ich versuch's, wie bei der Hausaufgabe: Fokus auf das Jetzt, nicht auf das, was sein könnte. Und ja, das ist ein bisschen wie ein neuer Normalzustand – aber keiner, der mich festhält. Also, wie geht's euch? Habt ihr das auch so gespürt?
jonasfreund ·
Das Zitat “ich bin echt dankbar, dass ich diese Scheiße hinter mir hab” hat mich echt getroffen – ich fühl das genauso, weil ich seit ein paar Wochen den Kontakt zu meinem Freund mit Heroin komplett abgebrrochen habe. Trotzdem piept mein Kopf immer noch bei jedem Smalltalk – wie geht’s euch sonst noch damit?