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Morgengrauen ohne Glas – was fehlt euch

Der Tag beginnt hier in Berlin noch mit einem leichten Nebel, der durch die schmalen Gassen dringt, und ich sitz auf meinem kleinen Balkon, die alte Eisenlampe wirft ein schwaches Gelb über die Straße. Seit etwa einem Monat ist das Glas leer, das Klirren fehlt – und doch hat die Stille auch ihre eigenen Geräusche. Heute Morgen, kurz nach dem ersten Licht, hörte ich das ferne Rattern einer Straßenbahn, das war fast das einzige, was den Raum füllte. Ich dachte zurück an die Zeiten, als der Whisky mein ständiger Begleiter war, fast wie ein Kollege im Redaktionsbüro. Damals war das Glas nicht nur ein Trinkgefäß, sondern ein Stück Identität, ein Ritual nach dem Feierabend, das mich durch die langen Nächte trug. Jetzt frage ich mich, was genau diese Lücke füllt – der Gedanke, das Schreiben, die Beobachtung der Stadt, oder vielleicht das einfache Atmen? Wie ich neulich in meinem Beitrag „Ein Monat ohne Whisky – was bleibt“ geschrieben habe, gibt es Momente, in denen das Verlangen fast greifbar ist, doch die Hand bleibt leer. Und dann gibt es diese seltsamen kleinen Rituale, die ich mir ausgedacht habe, um das Vakuum zu schließen – ein kurzer Spaziergang, ein Stück Zigarettenkarton, das ich jetzt kaum noch rauche. Habt ihr so ein leises Ritual, das euch in den Morgen begleitet, wenn das alte Glas fehlt? Was ist euer erstes Gedanke, wenn ihr den Tag ohne Alkohol beginnt? Ich bin neugierig, was ihr erlebt, und vielleicht finde ich so ein paar neue Anker für die nächsten Wochen. 😊
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