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Öffentlich lesbarer Thread
Mein Sohn startet mit Ritalin – bin ich die falsche Person
Von marie_lyrica12.05.2026💬 9❤️ 4
Gestern hat die Kinderärztin meinem 8‑jährigen Sohn Ritalin verschrieben. Ich sitze jetzt mit der Medikation in der Hand, der Schweiß läuft mir an der Stirn, und ich frage mich, ob ich das richtig mache. Erinnerungen an meine eigene Abhängigkeit flackern durch den Kopf – ich will nichts, was mir das Leben nimmt. Hat jemand ähnliche Angst? Wie habt ihr das mit der Medikamentenwahl abgewogen? Danke. ❤️
9 Antworten
clara_8412.05.2026
Ja, @marie_lyrica, dieser Satz hat mich sofort getroffen – diese Angst, das man selbst das Produkt weitergibt, das einem früher gefehlt hat. Ich hab nie Medikamente genommen, aber ich kann total nachempfinden, wie das Herz bis zum Hals schlägt, wenn man das Blatt unterschreibt. Bei mir war das Kiffen mein Ventil, und jedes Mal, wenn ich dachte, ich könnte „nur kurz“ aufhören, kam das Schuldgefühl zurück. Vielleicht hilft es, erst mal mit der Ärztin alle Optionen durchzugehen, Fragen zu stellen, wie genau die Dosis aussieht und was für Kontrollen es gibt. Ich weiß, das klingt jetzt nach einem Plädoyer für mehr Infos, aber das war für mich das Einzige, das das Zittern etwas gelindert hat. ❤️
birgit5412.05.2026
Naja, @marie_lyrica, diese Angst hab ich auch total gefühlt. und als mein Sohn jünger war. und wir über sowas sprachen. Man denkt ja sofort an die schlimmsten Sachen, wenn man die Vergangenheit kennt. Aber es ist ja zum Glück nicht meine Geschichte, die jetzt geschrieben wird, sondern seine. Ich hab damals versucht, mit meinem Mann drüber zu reden, ob das nicht wieder alte Muster weckt, aber er meinte, ich müsse das trennen können. Leicht gesagt.
marie_lyrica12.05.2026
@mitglied_a69dcc ich hab so geweint als ich das gelesen hab, das... mehr krieg ich grad nicht sortiert.
timo_fentanyl_weg12.05.2026
Diese Angst mit dem eigenen Sohn, das ist echt krass. Hab das neulich schon bei @marie_lyrica gelesen und es hat mich echt getroffen. Dieses Gefühl, dass man die Kontrolle abgibt, und dann schießen die eigenen Dämonen hoch. Bei mir war das damals mit Oxy in den USA, und als ich zurück war, dann Heroin. Fentanyl war dann fast das Ende.
Ich kann @clara_84 da nur zustimmen, reden hilft. Auch wenn's hart ist, die eigenen Ängste da mal laut auszusprechen. Pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber irgendwann muss man halt mal das Zeug rauslassen. Ich weiß nur zu gut, wie sich das anfühlt, wenn man denkt, man gibt was weiter, das einen zerstört hat. Aber bei Kindern ist es ja anders, das ist ja erstmal eine Hilfe. Ich glaub, da muss man echt versuchen, die eigene Geschichte nicht auf die des Kindes zu projizieren.
ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
clara_8412.05.2026
@marie_lyrica hab gesehen, wie ihr gerade in Tränen geriet, und das hat mir den Kopf umgewälzt. Ich kenne das Gefühl, dass ihr das Ritalin, das ich „nur“ zum Stress geraucht habe, abhinstürzen will. Wahrscheinlich liegt’s daran, dass ich immer noch von meinem Vater hinterhergejagt werde und das Produkt für mich war. Mein Glaube? Man muss den Krankheitsverständnisschnitt nicht mit der eigenen Geschichte vermischen, sondern es ist ein Tool, nicht ein neues Suchtmittel. 🙏
marie_lyrica12.05.2026
@birgit54, deine Worte treffen mich – diese Angst, das eigene Trauma zu wiederholen, lässt mich nachts wachliegen. Ich habe genauso geweint, als ich den Satz „Hat jemand ähnliche Angst?“ gelesen hab, und frage mich, ob ich jemals ruhiger schlafen kann.
birgit5412.05.2026
@marie_lyrica diese Angst kenn ich. Wenn mein Sohn mich früher mit nem Rezept gesehen hat, war da immer dieser Blick. Als ob er genau wüsste, was das für mich bedeutet. Du machst das nicht für dich, du machst das für ihn. Das ist was anderes. 💙
marie_lyrica12.05.2026
@clara_84, deine Worte haben mich gerade so getroffen… Ich hab da auch Angst, die eigene Geschichte aufs Kind zu projizieren. Mein Mann war damals total ahnungslos, also fühle ich mich oft allein im Kopf, wenn der Arzt die Dosis festlegt. 😔
❤️
clara_8412.05.2026
@marie_lyrica die Angst, die eigene Geschichte aufs Kind zu projizieren, ist echt ein schmerzlicher Knoten. Ich hab den Satz "Hat jemand ähnliche Angst?" gelesen und geschnappert – was mich sofort zu meiner eigenen Schuldgefühls-Phase zurückgeführt hat. Vielleicht hilft es, jedem Tag, an dem man das Medikament abgibt, bewusst zu sagen: "Das ist für ihn, nicht für mich." Das gibt mir ein bisschen mehr Raum, nicht die Kontrolle zu verlieren. 💔
Mein Sohn startet mit Ritalin – bin ich die falsche Person
Von marie_lyrica · · 9 Antworten · 4 Reaktionen
Gestern hat die Kinderärztin meinem 8‑jährigen Sohn Ritalin verschrieben. Ich sitze jetzt mit der Medikation in der Hand, der Schweiß läuft mir an der Stirn, und ich frage mich, ob ich das richtig mache. Erinnerungen an meine eigene Abhängigkeit flackern durch den Kopf – ich will nichts, was mir das Leben nimmt. Hat jemand ähnliche Angst? Wie habt ihr das mit der Medikamentenwahl abgewogen? Danke. ❤️
9 Antworten
clara_84 ·
Ja, @marie_lyrica, dieser Satz hat mich sofort getroffen – diese Angst, das man selbst das Produkt weitergibt, das einem früher gefehlt hat. Ich hab nie Medikamente genommen, aber ich kann total nachempfinden, wie das Herz bis zum Hals schlägt, wenn man das Blatt unterschreibt. Bei mir war das Kiffen mein Ventil, und jedes Mal, wenn ich dachte, ich könnte „nur kurz“ aufhören, kam das Schuldgefühl zurück. Vielleicht hilft es, erst mal mit der Ärztin alle Optionen durchzugehen, Fragen zu stellen, wie genau die Dosis aussieht und was für Kontrollen es gibt. Ich weiß, das klingt jetzt nach einem Plädoyer für mehr Infos, aber das war für mich das Einzige, das das Zittern etwas gelindert hat. ❤️
birgit54 ·
Naja, @marie_lyrica, diese Angst hab ich auch total gefühlt. und als mein Sohn jünger war. und wir über sowas sprachen. Man denkt ja sofort an die schlimmsten Sachen, wenn man die Vergangenheit kennt. Aber es ist ja zum Glück nicht meine Geschichte, die jetzt geschrieben wird, sondern seine. Ich hab damals versucht, mit meinem Mann drüber zu reden, ob das nicht wieder alte Muster weckt, aber er meinte, ich müsse das trennen können. Leicht gesagt.
marie_lyrica ·
@mitglied_a69dcc ich hab so geweint als ich das gelesen hab, das... mehr krieg ich grad nicht sortiert.
timo_fentanyl_weg ·
Diese Angst mit dem eigenen Sohn, das ist echt krass. Hab das neulich schon bei @marie_lyrica gelesen und es hat mich echt getroffen. Dieses Gefühl, dass man die Kontrolle abgibt, und dann schießen die eigenen Dämonen hoch. Bei mir war das damals mit Oxy in den USA, und als ich zurück war, dann Heroin. Fentanyl war dann fast das Ende.
Ich kann @clara_84 da nur zustimmen, reden hilft. Auch wenn's hart ist, die eigenen Ängste da mal laut auszusprechen. Pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber irgendwann muss man halt mal das Zeug rauslassen. Ich weiß nur zu gut, wie sich das anfühlt, wenn man denkt, man gibt was weiter, das einen zerstört hat. Aber bei Kindern ist es ja anders, das ist ja erstmal eine Hilfe. Ich glaub, da muss man echt versuchen, die eigene Geschichte nicht auf die des Kindes zu projizieren.
ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
clara_84 ·
@marie_lyrica hab gesehen, wie ihr gerade in Tränen geriet, und das hat mir den Kopf umgewälzt. Ich kenne das Gefühl, dass ihr das Ritalin, das ich „nur“ zum Stress geraucht habe, abhinstürzen will. Wahrscheinlich liegt’s daran, dass ich immer noch von meinem Vater hinterhergejagt werde und das Produkt für mich war. Mein Glaube? Man muss den Krankheitsverständnisschnitt nicht mit der eigenen Geschichte vermischen, sondern es ist ein Tool, nicht ein neues Suchtmittel. 🙏
marie_lyrica ·
@birgit54, deine Worte treffen mich – diese Angst, das eigene Trauma zu wiederholen, lässt mich nachts wachliegen. Ich habe genauso geweint, als ich den Satz „Hat jemand ähnliche Angst?“ gelesen hab, und frage mich, ob ich jemals ruhiger schlafen kann.
birgit54 ·
@marie_lyrica diese Angst kenn ich. Wenn mein Sohn mich früher mit nem Rezept gesehen hat, war da immer dieser Blick. Als ob er genau wüsste, was das für mich bedeutet. Du machst das nicht für dich, du machst das für ihn. Das ist was anderes. 💙
marie_lyrica ·
@clara_84, deine Worte haben mich gerade so getroffen… Ich hab da auch Angst, die eigene Geschichte aufs Kind zu projizieren. Mein Mann war damals total ahnungslos, also fühle ich mich oft allein im Kopf, wenn der Arzt die Dosis festlegt. 😔
❤️
clara_84 ·
@marie_lyrica die Angst, die eigene Geschichte aufs Kind zu projizieren, ist echt ein schmerzlicher Knoten. Ich hab den Satz "Hat jemand ähnliche Angst?" gelesen und geschnappert – was mich sofort zu meiner eigenen Schuldgefühls-Phase zurückgeführt hat. Vielleicht hilft es, jedem Tag, an dem man das Medikament abgibt, bewusst zu sagen: "Das ist für ihn, nicht für mich." Das gibt mir ein bisschen mehr Raum, nicht die Kontrolle zu verlieren. 💔