Öffentlich lesbarer Thread
Mutter hat wieder durchgeknallt – wie setz ich Grenzen, wenn ich selber fast zerbreche
Ich sitz hier im Bett, es ist schon fast 3 Uhr morgens und das Flüstern aus der Küche klingt, als wär das ein Konzert. Meine Mom hat wieder die Flasche gekapert, das war die dritte Nacht hintereinander, wo sie bis in die frühen Morgenstunden trinkt. Ich hab heute erst meine Schicht in der Praxis hinter mir, war völlig fertig und wollte eigentlich nur noch ein bisschen chillen, aber das ganze Drama zieht mich wieder zurück in das alte Rollen‑Spiel. Ich weiß, ich muss ihr sagen, dass ich nicht mehr ihr persönlicher Pfleger bin, aber jedes Mal, wenn ich das anspreche, fühlt es sich an, als würde ich ihr das Herz ausreißen.
Letztes Mal, als ich hier geschrieben hab („Warum fühlt sich mein Herz schwer an, wenn ich endlich Frieden will“), hat mir jemand geraten, klare Zeiten zu vereinbaren. Ich hab’s versucht, doch heute Morgen kam sie wieder an, betrunken, und hat mich gefragt, ob ich ihr Frühstück machen will. Ich sag ja, weil ich’s nicht mehr lassen kann, aber gleichzeitig schlag ich mir die Brust vor Schuld. Kaum zu schlafen, weil ich mir denk, dass ich sie im Stich lass, wenn ich nicht sofort springe.
Jetzt steh ich an einem Punkt, wo ich nicht weiß, ob ich ihr noch helfen soll oder ob ich mir selbst noch genug Luft zum Atmen lasse. Wie geht ihr mit solchen nächtlichen Ausbrüchen um, wenn das eigene Leben schon am Limit ist? Gibt’s eine Möglichkeit, ihr zu zeigen, dass ich da bin, ohne mich dabei komplett zu verlieren? Ich brauch dringend nen Plan, sonst geht das hier echt zu schnell. Danke, wenn ihr ne Idee habt, wie ich das klar und ohne Groll ansprechen kann. 🙏
