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SONNENBLUMEN IM BETON
Boah, ich sitz hier grad wieder und hab so ein komisches Gefühl. Seit 27 Tage bin ich jetzt clean, und ich hab echt gedacht, jetzt wird alles einfacher. Aber ehrlich gesagt, manchmal fühlt sich das an wie ein Kampf gegen unsichtbare Mauern. Heute Morgen im Supermarkt, ich wollte nur schnell Milch und Brot holen, da stand ich vor dem Regal mit diesen ganzen Kaffee-Mischungen. Ihr wisst schon, die, die so schnell gehen und einen Kick geben, der dem von früher so nahe kommt. Mein Herz hat angefangen zu rasen, ich konnte kaum atmen und hab mich nur noch gefühlt wie ein kleines Kind, das Angst hat, dass es entdeckt wird.
Ich hab mich so geschämt, dass ich überhaupt wieder an diese Sachen denken muss. Meine ganze Fassade, die ich jahrelang aufrecht erhalten habe, als erfolgreiche Selbstständige, die alles im Griff hat, und gleichzeitig heimlich jeden Abend zum Koks gegriffen hat… das ist so ein krasser Widerspruch. Jetzt, wo ich versuche, mein Leben neu aufzubauen, bin ich ständig mit der Angst konfrontiert, dass alles zusammenbricht, wenn jemand hinter die Kulissen blickt. Ich hab meinen Sohn, der jetzt bei seinem Vater lebt, weil ich ihn quasi vernachlässigt habe, weil ich nur noch an meine nächste Dosis gedacht hab. Und das tut so weh, diese Vorstellung.
Ich frage mich, ob das jemals wieder besser wird. Ob ich jemals wieder dieses Gefühl von Leichtigkeit haben werde, ohne dass ich Angst haben muss, dass es ein Rückfall ist. Manchmal sehe ich draußen im Park Leute, die lachen und unbeschwert wirken, und ich frag mich, wie sie das machen. Haben die auch so dunkle Ecken in sich? Oder bin ich echt die Einzige, die sich so fühlt, als ob sie jeden Tag aufs Neue eine Rolle spielen muss? 😔 Ich wünschte, es gäbe ein Zeichen, irgendwas, das mir sagt, dass es wirklich bergauf geht. Wie geht ihr damit um, wenn diese alten Gefühle wieder hochkommen?
