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Öffentlich lesbarer Thread

Neu hier, aber schon 24 Tage im Spiel – wie geht ihr mit dem Umstieg von Zelle zu Alltag

Ich bin jetzt seit 24 Tagen clean und lebe in der Übergangseinrichtung, also quasi die Brücke zwischen JVA und „Raus“. Das ist irgendwie ein eigenartiger Ort: zum einen noch das ganze System mit Substitution, täglich Kontrollen, Termine – zum anderen das erste echte Stück Freiheit, wenn ich abends auf dem Hof sitze und die Stadtlichter sehe. Ich bin 38, hab vor drei Monaten die Zelle verlassen und hab das Gefühl, ich liege jetzt auf einem dünnen Drahtseil zwischen altem Trott und dem, was vor mir liegt. Was mich gerade beschäftigt, ist die Frage, wie ich die täglichen Routinen ohne das alte Umfeld halten kann. In der JVA gab’s feste Zeiten, klare Regeln, und ich wusste immer, wann ich meine Dosis bekam, wann ich raus durfte. Jetzt gibt’s mehr Freiraum, aber gleichzeitig mehr Versuchungen – das Lärm von draußen, Leute die feiern, das ständige „Was mach ich jetzt eigentlich?“ Ich merke, dass ich manchmal in alte Denkmuster zurückfalle, wenn ich allein bin. Letzte Woche hat mich das Telefon von meinem alten Kumpel gekackt, der mir ein bisschen was angeboten hat. Ich hab abgebrochen, aber das hat mich wachgerüttelt. Wie handhabt ihr das mit den neuen Freiheiten? Gibt’s kleine Routinen, die euch helfen, den Tag zu strukturieren, oder Tipps, wie man das Kopfkarussell beruhigt, wenn die Gedanken wieder auf die alte Straße driften? Ich will nicht sofort in alte Muster zurückfallen, aber ich hab das Gefühl, ich steh an so nem wackeligen Punkt, wo ein falscher Schritt alles umkrempeln könnte. Danke, wenn ihr eure Erfahrungen teilt. 🙏
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