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Abend im Biergarten – inshallah bleibt man stark oder nicht
Also, ich hänge gerade nach dem Vorlesungsende in der Uni-Bibliothek ab und zähle die Stunden bis zum Wochenend, wenn alle Leute aus Heidelberg in den Biergärten sitzen. Die Temperaturen sind schön, die Lichter glühen und plötzlich steht mein Freund vor mir und fragt, ob ich mit ins „alten Schänke“ will für ein paar Gläser. Ich kann die Gedanken nicht stoppen, die durch meinen Kopf gehen: „Was wäre, wenn ich einen kurzen Moment vergesse?“ „Was ist, wenn der Stress von der Jura-Prüfung mich einfach überkommt?“ Ich bin jetzt seit 5 Monaten clean, das ist echt krass, aber irgendwie fühlt es sich an, als würde jeder Besuch in einem Biergarten daran erinnern, warum ich angefangen habe, darüber nachzudenken. Ich setz mich auf die Holzbank udn versuche, meine Gedanken zu sortieren – Meditation hilft mir, aber manchmal kommen die alten Muster hoch, besonders wenn die Musik im Hintergrund spielt und man sich einfach dazu gedrängt fühlt. nciht, dass ich das Glück hätte, eine lockere Familie zu haben; meine Eltern denken immer noch, dass das Thema Sucht ein Tabu ist, und der Gedanke, dass ich vielleicht wieder in alte Muster rutsche, macht mir echt Angst vor einer möglichen Psychose-Attacke. Ich frag mich wirklich, wie andere Leute damit klarkommen – habt ihr jemals einen „sicheren Plan“ für solche Momente entwickelt? Irgendwelche Tricks, um nicht rückfällig zu werden, während man trotzdem am sozialen Leben teilnehmen kann? … Irgendwie fühle ich mich gerade zerissen, als würde ich zwischen dem Wunsch, dazuge... ich krieg den gedanken grad selbst nicht sauber zu ende.
