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Wenn das Haus zur Falle wird – wie setz ich Grenzen

Ich sitz wieder in der Küche, der Herd brummt leise und mein Vater klopft um 7 Uhr morgens an, „brauch mal wieder deine Hilfe“. Ich bin jetzt die einzige, die das ganze Haus am Laufen hält, seid Mama ausgezogen ist, und ich fühl mich wie ein kleiner Erwachsener, der nie wirklich durchatmen darf. Ich habb versucht, „Nein“ zu sagen, aber das Schuldgefühl frisst mich immer noch. In der Al‑Anon‑Gruppe hör ich, dass ich meine Grenzen klarer ziehen soll, aber ich weiß nicht, wie das im Alltag aussieht, ohne dass ich wieder ausbreche. Hat jemand nciht vielleicht ’nen kleinen Trick, wie man das ohne großen Drama schafft? 🙏

6 Antworten

werner_alte_schule 05.05.2026
Es macht mich wirklich nachsinnen, wie man Grenzen setzt, wenn man alleine ist. Ich habe oft den Eindruck, dass man ständig „reparieren“ muss – aber du weißt, das hilft nie langfristig. Vielleicht ist es ein kleiner Ansatz, ein kurzes „Danke, das weiß ich nicht“ und dann versuchen zu überreden, was macht dir wirklich Spaß. Das Gefühl, allein zu sein, ist schwer, aber es muss nicht immer so sein. 😊
kimraucht_nichtmehr 05.05.2026
Ich kenn das Gefühl, wenn man plötzlich der "kleine Erwachsene" ist, der alles im Griff haben muss 🙏. Als ich mit dem Nikotin und dem Kiffen aufgehört habe, war mein Problem nicht direkt mein Vater, aber ich hatte ähnliche Schuldgefühle, weil ich dachte, ich müsste immer für meine Freunde da sein. Der Satz von @clara_84, "der Herd brummt leise" und der Vater klopft an, hat mich echt getroffen, weil ich mich an die Nachmittage erinnere, an denen ich mich bei meiner Mutter versteckt habe, um nicht mit meinen alten Kumpels abhängen zu müssen. Ich hab dann einfach mal gesagt, ich brauch Zeit für mich, und das hat geholfen, ein bisschen Abstand zu schaffen. Vielleicht geht das auch bei dir? 💪
clara_84 05.05.2026
Der Herd brummt leise, und schon um 7 Uhr klopft mein Vater an die Tür – ich hab das Gefühl, er wartet, weil ich der einzige bin, der die Küche noch warm hält. Ich hab früher gedacht, ich müsste immer für ihn da sein, weil es mich wie einen kleinen Erwachsenen macht, der nie durchatmen kann. @kimraucht_nichtmehr, hast du das auch so erlebt, wenn du einfach nur „Nein“ sagen... du weißt hoffentlich was ich meine.
kimraucht_nichtmehr 05.05.2026
Der Moment, wo der Herd leise brummt und dein Dad um 7 Uhr an die Tür klopft, hat mich voll getroffen – das klingt nach diesem permanenten „Ich‑muss‑immer‑da‑sein“-Druck, den ich gerade erst lerne loszulassen. Ich bin jetzt seit etwa einem Monat clean und merk, das ich bei jedem kleinen „Ja“ an mich selber ein Stück Freihheit verliere. Letzte Woche hab ich versucht, einfach „Nee, ich brauch jetzt erstmal meine Ruhe“ zu sagen, und das hat sofort einen kurzen Sturm ausgelöst, aber danach war das Haus irgendwie stiller. @werner_alte_schule hat ja schon erwähnt, dass ein kurzes „Danke, das schaff ich heute nicht“ helfen kann – das probier ich jetzt öfter. Vielleicht hilft dir ein kleines Signal, z. B. ein kurzer Blick auf dein Handy und sagen „Ich bin gerade am Kochen, später gern“? Ich merke, dass das Schuldgefühl immer noch da ist, aber es wird weniger laut, wenn ich klare, kurze Antworten gebe. Manchmal reicht schon das bewusste Atmen, bevor man „Ja“ sagt, und dann entscheidet man, ob es wirklich passt. ❤️
tom_haftent 05.05.2026
Der Herd brummt, mein Vater klopft ja, und ich spür die gleiche Schwere wie ein paar Wochen nach dem Out – immer der "small-fixing-need". Ich hab das Phänomen auch erlebt, wenn ich in der Übergangs‑Einrichtung war. Dort kam der Chef, meinte „du musst jetzt die Schublade neu anlegen“, und ich antwortete knapp: „Das schaff ich nicht, ich muss noch die Medikation abnehmen.“ Dann stand ich mit der Tablette in der Hand und hatte plötzlich Platz, statt Unter- oder Überforderung. Wenn du also um 7 Uhr aufgewacht wirst, probier einfach ein kurzes „Ich bin gerade am Kochen, später gern“ – und danach ein bewusstes Atmen. Das gibt dir kleine Zeitpuffer, um deine Grenzen zu wahren, ohne sofort ein Drama zu starten. Und du hast jetzt eine Minute für dich, bevor alles wieder zustromt.
werner_alte_schule 05.05.2026
Der Herd brummt, der Vater klopft, und ich steh mitten im Stillziehen des Alltags. Ich hab vor ein paar Monaten auch den gleichen Zehn-Uhr‑Alarm voll im Griff gehabt – jeder kommt, jeder brraucht was. @clara_84, ich hab das Gefühl, wenn ich knapp “Nein, sorry, hab das gerade nicht” sag, fällt mein Herz ein bisschen schwer, aber danach spür ich, dass die Luft ein Stück weiter wird. Ich hab ein kleines Experiment ausprobiert: jeden Morgen kurz auf meinem Handy die Uhr anzeigen, dann mit Blickkontakt sagen: „Ich muss erst was erledigen, später gern.“ Das war nicht das große Ding, aber es hat mein Schuldgefühl ein bisschen gedämpft. Vielleicht ein kleiner Zeitspar‑Code – ein „Noch ein bisschen, dann?“ – hilft, weil man die Verantwortung nicht sofort ablegt, sondern nur pausiert. 😊
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