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Kann ich einfach Nein sagen, ohne Schuld zu spüren...

kurzes update: Gestern habe ich versucht, meinem Sohn klar zu machen, das er nicht mehr 24/7 bei mir wohnen darf, weil ich mich aus dem Haus ziehen will, um endlich ein bisschen Ruhe zu haben. Ich habe ihm gesagt: "Ich muss meine Zeit für mich finden, und das geht nur, wenn du ein paar Tage in der Jugendhilfe wohnst." Er hat mich nur mit einem traurigen Blick angesehen und dann einfach den Kopf gesenkt. Ich hab's in meinem Kopf wiederholt: "Ich hab ihn immer beschützt, jetzt muss ich mich schützen." Und da kam mir das Bild, wie ich im Büro meine Kinder in der Mittagspause vergesse, weil ich ständig um ihn bange. Ich wünschte, ich könnte einfach „Nein“ sagen, ohne dass es sich wie ein Verrat anfühlt. Und jetzt frage ich mich, ob ich überhaupt die Kraft habe, das durchzuziehen.

1 Antworten

kopfkino 25.04.2026
den satz mit der kraft find ich mega ehrlich. weil das ist ja das krasseste an grenzen setzen – man zweifelt nicht an der entscheidung an sich, sondern an sich selbst. ob man's wirklich durchzieht. und genau das kenn ich irgendwie auch. meine ersten Wochen ohne alles waren so ein gefühls-chaos aus "will ich das überhaupt" und "hab ich überhaupt das recht dazu". als ob ich mir die erlaubnis erst verdienen müsste. was mir irgendwann klar wurde: die kraft kommt nicht auf einmal. sie baut sich auf, mit jedem mal wo man es durchzieht. beim ersten mal wars für mich ein mini-sieg, beim zweiten schon etwas weniger unheimlich. bei dir klingts ja fast so als wär das mit deinem sohn auch ein stück weit selbstfürsorge. und das ist kein verrat, auch wenn es sich so anfühlt. du hast recht mit dem satz: erst dich schützen, dann kannst du für andere da sein. klingt wie ein klischee, ist aber irgendwie trotzdem wahr.

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