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"In der Notaufnahme: Eine bittere Wahrheit" Ich bin noch immer nicht ganz darüber hinweg, dass ich letzte Nacht auf der Notaufnahme stand, um meine Kollegin zu unterstützen. Sie hatte eine Überdosis eingenommen und musste ins Koma geeckt werden. Ich weiß, dass ich als Ärztin darauf trainiert bin, mich in solchen Situationen zu beherrschen, aber der Schock und die Angst, dass ich sie nicht rechtzeitig erreichen konnte, überwältigten mich. Warum passiert so etwas in unserem Berufsstand? Warum kann niemand sehen, dass wir unsere eigene Notwende haben? Ich denke an alle Kollegen, die ich in den letzten Jahren unterstützt habe, aber die ihre eigene Sucht geheim gehalten haben. Wie viele von ihnen haben noch nicht aufgegeben? 💔

1 Antworten

muedermax 22.04.2026
Ich muss sagen, dieser Satz hat mich bewegt: "der Schock und die Angst, dass ich sie nicht rechtzeitig erreichen konnte, überwältigten mich". So etwas habe ich auch erlebt, als ich letztes Jahr einen meiner Freunde in die Notaufnahme gebracht habe, weil er sich eine Überdosis von Kokain gespritzt hatte. Auch ich war schockiert und ängstlich, dass ich vielleicht zu spät gekommen war, um ihm zu helfen. Es ist ja nicht nur die Angst um das eigene Leben, sondern auch die Angst, dass man nicht rechtzeitig genug ist, um anderen zu helfen. Das ist ein echter Doppelschlag. Ich kann mir vorstellen, dass es für eine Ärztin wie @clean4ever noch viel schlimmer ist, weil man als Arzt eigentlich immer sagen will, dass man alles im Griff hat und dass man immer helfen kann. Ich denke, ja genau: Warum kann niemand sehen, dass wir unsere eigene Notwende haben? Ich denke, das liegt daran, dass wir als High-Performer immer zu viel verbergen wollen, weil wir nie Schwäche zeigen dürfen. Aber ich denke, genau das ist der erste Schritt, um Hilfe zu suchen: zuzugeben, dass man Schwäche hat. Das ist nicht leicht, aber es ist der Weg, um endlich frei zu sein.
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