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Öffentlich lesbarer Thread

War ich ein Workaholic, weil ich trank, oder trank ich, weil ich ein Workaholic war

ich merk grad wieder wie schwer das ist, es ist Freitagmittag und ich denke über meine alten Zeiten als Journalist nach. Ich war immer stolz darauf, das ich meine Arbeit liebte, dass ich mich voll reinhängte, sag ich mal. Aber jetzt, da ich seit ein paar Wochen trocken bin, frage ich mich, ob das nicht auch ein Teil meines Problems war. Ich mean, ich habe mich immer in die Arbeit gestürzt, um nicht an den Whisky zu denken, aber velleicht war es auch umgekehrt - vielleicht trank ich, weil ich nicht aufhören konnte zu arbeiten. Ich erinnere mich an Nächte, in denen ich bis 3 Uhr morgens am Schreibtisch saß, um einen Artikel fertigzustellen, und dann direkt zum Whisky griff, um runterzukommen. Aber war das wirklich entspannend, oder war es nur eine Ausrede, um weiterzuarbeiten? Ich habe mich immer als jemanden gesehen, der seine Arbeit liebt, aber jetzt denke ich, dass ich vielleicht nur süchtig nach der Anerkennung war, die ich durch meine Arbeit bekam. Ich frage mich, ob andere das auch so erlebt haben - ob sie ihre Sucht und ihre Arbeitssucht miteinander verquickt haben. Ich meine, es ist leicht, sich in die Arbeit zu vergraben, wenn man nicht mit seinen Gefühlen umgehen kann, aber ist das auch gesund? Ich hab keine Ahnung, ich suche einfach nach Antworten, irgendwie. Kann... ich krieg den gedanken grad selbst nicht sauber zu ende.

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