Öffentlich lesbarer Thread
Wie lange hält die Maske, wenn der Alltag wieder ruft
Ich sitz gerade am Küchentisch, die Sonne macht ein bisschen Licht durch das Fenster und ich hör die Grillgeräusche von den Nachbarn – sonntäglicher Chill, aber mein Kopf läuft trotzdem Vollgas. Seit 15 Tagen bin ich clean, und das fühlt sich irgendwie wie ein winziger Sieg an, aber gleichzeitig drückt die ganze Fassade immer noch schwerer. Ich hab ja früher immer gesagt, ich schaff das alles, ich bin die Power‑Mama, die alles im Griff hat, und dann kam das Jugendamt, die Trennung, die Arbeit, die immer mehr Aufgaben.
Jetzt, wo ich die Kokainabhängigkeit hinter mir lassen will, merk ich, dass ich immer noch die gleiche Maske trage – die perfekte, immer lächelnde Frau, die nie schwächelt. Und das ist echt anstrengend, weil ich das Gefühl hab, jeder Moment könnte die Maske rutschen lassen. Letztens war ich im Supermarkt, die Kassiererin hat mich nach meinem Job gefragt und ich hab nur gelacht und gesagt, ich baue gerade mein eigenes Ding auf. Aber innerlich war da diese Stimme, die flüstert: „Du bist nicht mehr das, was du warst, aber du bist noch nicht das, was du sein willst.“
Habt ihr das auch, dass ihr euch in den Momenten, wo alles normal scheint, fragt, wie lange ihr das noch aushalten könnt? Wie geht ihr mit dem Druck um, die Maske zu halten, ohne dass sie zerbricht? Ich mein, ich will nicht wieder zurückfallen, aber ich will auch nicht immer nur die Rolle spielen. 🙏
