Öffentlich lesbarer Thread
Was passiert, wenn die Angst plötzlich kommt, obwohl ich clean bin
Und da war ich gestern auf dem Weg zum Uni-Büro, die Sonne hat sich plötzlich in ein dickeres Grau getaucht, und ich hab den ganzen Tag nur an das Gefühl geklotzt, dass irgendwas hinter mir lauert. Ich bin seit exakt 376 Tagen clean, aber die Angst? Die kommt immer noch, wenn die Straße leer ist und die Stille laut klingt. Sag ich mal: Ich hab versucht, meine kleinen Schritte zu zählen, wie oft ich einen Atemzug gezählt hab, wie oft ich mir gesagt hab: „Ich bin da, ich bin nicht allein.“ Und trotzdem, plötzlich kommt das Herz in der Brust wie ein Schlagzeug, das keine Melodie kennt.
Ich hab das Gefühl, dass das, was ich in der Beziehung mit meinem Heroinsüchtigen erlebt hab, immer noch in mir ruft. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass ich immer noch den Nervenkitzel suche, den ich damals mit dem Rausch verbunden hab. Oder ob das einfach ein Teil des Heilungsprozesses ist, dass die Angst sich in neuen Formen zeigt, damit ich nicht einfach nur das alte Muster wiederhole. Ich hab mir gesagt, ich soll nicht in Panik geraten, sondern einfach beobachten, was genau ausgelöst hat – ein Geräusch, ein Geruch, ein Bild. Aber manchmal, wenn ich die Gedanken aufschreibe, wird es schwer, das Ganze zu ordnen, weil die Erinnerungen sich wie ein Netz verhalten.
Ich würde gern hören, ob ihr ähnliche Phasen erlebt habt, und ob ihr ein paar Tipps habt, wie man die Angst in kleinen, handhabbaren Schritten durchschreiten kann, ohne dabei in alte Muster abzurutschen. Ich hoffe, ihr könnt mir ein bisschen Licht in diese dichte Ecke werfen.
