Öffentlich lesbarer Thread
Wenn der Samstagabend plötzlich wieder „allein“ heißt – wie geht ihr damit
Also, ich sitz gerade mit den Kids am Küchentisch, der kleine Max fragt wieder nach dem Papa, weil er heute wieder nicht nach Hause gekommen ist. Ich muss jedes Mal das gleiche „Er ist müde und muss noch arbeiten“ runterbeten, aber ich weiß, dass er einfach nur betrunken ist und nicht mehr weiß, wo er ist. Heute war es besonders schwer, weil draußen die Nachbarn gerade ihre Grillparty starten und überall riecht das Bier. Ich hab das Gefühl, ich muss jetzt schon wieder das „Wir machen das Wochenende zusammen“ an die Kinder verkaufen, obwohl ich innerlich nur noch leer bin.
Gestern hab ich in der Angehörigen‑Gruppe darüber gesprochen, dass ich meine Grenzen setzen will, ohne dass es wie ein Ultimatum klingt – und ich hab ein kleines Update bekommen: Ich habe ihm gesagt, dass er nicht mehr über 22 Uhr zu Hause sein darf, sonst muss ich das Bett für uns beide freimachen. Er hat gelacht und gesagt, das sei „voll übertrieben“, lol. Jetzt frage ich mich, ob das überhaupt Sinn macht, weil ich doch weiß, dass er in seiner dritten Therapie gerade wieder rückfällig ist.
Habt ihr so einen Moment gehabt, wo ihr euch zwischen „Ich will nicht mehr die Spielverderberin sein“ und „Ich muss meine Kinder schützen“ entscheiden müsst? Wie schafft ihr es, den Kindern trotzdem ein bisschen Normalität zu geben, wenn ihr gleichzeitig das Gefühl habt, dass alles zusammenbricht? Ich bin echt gespannt auf eure Ideen, weil ich langsam das Gefühl hab, dass ich hier immer wieder dieselbe Geschichte wiederhole, aber irgendwie nie die Lösung finde. 🙏
