Öffentlich lesbarer Thread
Koks im Job – wenn die Sucht unsichtbar wird
Hab gerade ne Runde im Wohnzimmer gedreht, das Licht vom Handy flackert und ich frage mich, wie oft ich das eigentlich schon übersehen hab. Als Barkeeperin war das Koks damals quasi mein „Werkzeug“, das ich am Tresen gebraucht hab, um den ganzen Stress zu stemmen und die Gäste bei Laune zu halten. Ich mein, es fühlte sich an, als ob ich mit ner kleinen Spritze im Blut immer „on“ war, und keiner hat je gefragt, warum ich nach jeder Schicht noch ein bisschen zittern musste.
Jetzt, nach 5 Monaten clean – genau 164 Tage – seh ich das Ganze mit anderen Augen. In der Gastro‑Szene wirkt das ja fast wie ne Norm, du bist ja immer on the go, und das Koks ist irgendwie nur ein kleiner Booster, den man udn schnell wieder vergisst. Aber das hat mich echt lange blind gemacht für die Herzrhythmusstörungen und das ständige Auf und Ab.
Ich sitz hier und überleg, wie ich das nächste Mal, wenn ich in einem neuen Job bin, die Grenze zieh. Wie kann ich meinem neuen Chef oder Kolleg*innen klarmachen, dass ich keine „Funktionsdroge“ mehr brauche, ohne dass das peinlich wirkt? Und wenn jemand von euch schon mal in so ’nem Umfeld war, wie habt ihr das Thema angesprochen, ohne dass es gleich zum Fettnapf wurde?
Ich würd mich über eure Erfahrungen freuen, besonders wenn ihr Tipps habt, wie man das Stigma um die „Leistungs‑Drogen“ knacken kann. Danke 😊
