Öffentlich lesbarer Thread
Dieses Gefühl, wenn man fast ein ganzes Jahr clean ist und trotzdem fast alles hinschmei
Naja, ich sitze hier gerade am Schreibtisch und irgendwie... Es ist ein komisches Gefuhl. Ich hab ja jetzt fast ein ganzes Jahr clean, 379 Tage genau. Das ist echt krass, wenn man bedenkt, wo ich herkomme. Ich hab ja schon mal kurz erzahlt, wie das mit meinem Ex und dem Heroin war und dass ich dann halt auch angefangen hab, aber eben nicht gespritzt. Schon das war fur mich ein riesen Schritt, um da rauszukommen.
Und dann gestern Abend... Ich war auf dem Weg nach Hause von der Uni und hab mir nur gedacht, was für ein schöner Tag war, obwohl es schon spat war. Und dann kam dieser eine Gedanke. Ganz kurz, ganz leise. Aber er war da. "Nur ein kleiner Zug, niemand merkt es." Ehrlich, ich war kurz davor. Ich hab echt uberlegt, kurz anzuhalten, jemanden anzurufen, der... naja, der mir helfen konnte. Aber ich hab mich dann doch weitergeschleppt.
Und jetzt frage ich mich halt: Warum? Warum, nach so langer Zeit, nach all der Arbeit, nach all den Rückschlagen, die ich vorher hatte, und jetzt nach fast einem Jahr, kommt sowas plötzlich wieder hoch? Ich hab doch eigentlich alles, was ich brauche. Meine Ausbildung läuft, ich bin hier in der Community, hab angefangen, mich selbst besser kennenzulernen, dieses Bindungstrauma aufzuarbeiten, was ich aus der Kindheit hab. Ich bin wirklich dankbar dafür. Aber dann so ein Moment, der alles in Frage stellt. Kennt ihr das auch? Dieses Gefühl, das die alte Welt so verdammt nah ist, obwohl man doch eigentlich so weit weg ist? Was macht ihr in solchen Momenten? Habt ihr da eine Strategie, außer einfach weiterzulaufen?
