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Öffentlich lesbarer Thread
Diese verdammte "Du bist doch jetzt clean"-Erwartungshaltung?
Von ohnenamenvor 1 Std.💬 0❤️ 0
Ich weiß nicht, ob das hier richtig ist, aber ich muss das mal loswerden. Heute war wieder so ein Tag. Ich war mit ein paar alten Bekannten verabredet, so zum Kaffee, wir kennen uns schon ewig. Und dann kommt natürlich die Frage: "Na, wie läuft's denn so bei dir? Du bist ja jetzt schon ne Weile clean, oder?" Und sofort hab ich so ein komisches Gefühl im Bauch. Nicht, weil ich Angst habe, rückfällig zu werden, tbh, sondern weil diese Frage so viel Gewicht hat.
Als ob "clean sein" ein Endzustand ist, eine Art Glanz-Urkunde, die man bekommt und dann ist alles gut. Aber so ist es doch nicht, oder? Ich hab jetzt seit einem Jahr keinen Stoff mehr angerührt, und das ist krass, ja, ich bin echt stolz drauf. Aber es bedeutet nicht, dass mein Leben plötzlich nur noch aus Sonnenschein und glatten Oberflächen besteht. Immer noch diese alten Muster, diese Gedanken, die einen manchmal echt fertig machen können. Dieses ständige Hinterfragen, ob man auch wirklich alles richtig macht.
Und dann diese Erwartung, dass man jetzt auf jeder Party der strahlende Beweis ist, dass Sucht heilbar ist wie eine Grippe. Wenn ich dann sage, dass es immer noch anstrengend ist, oder dass ich manchmal einfach nur meine Ruhe brauche, dann gucken die Leute komisch. "Aber du bist doch clean, warum bist du dann nicht einfach fröhlich dabei?" Ich glaube, ich hab diese Erwartungshaltung auch selbst verinnerlicht. Diese Vorstellung, dass ich irgendwann mal "normal" sein müsste. Aber was heißt das schon? Vielleicht muss ich einfach lernen, dass mein Weg anders ist, und dass das okay ist. Muss das nicht irgendwie jeder für sich selbst herausfinden?
Diese verdammte "Du bist doch jetzt clean"-Erwartungshaltung?
Von ohnenamen · · 0 Antworten · 0 Reaktionen
Ich weiß nicht, ob das hier richtig ist, aber ich muss das mal loswerden. Heute war wieder so ein Tag. Ich war mit ein paar alten Bekannten verabredet, so zum Kaffee, wir kennen uns schon ewig. Und dann kommt natürlich die Frage: "Na, wie läuft's denn so bei dir? Du bist ja jetzt schon ne Weile clean, oder?" Und sofort hab ich so ein komisches Gefühl im Bauch. Nicht, weil ich Angst habe, rückfällig zu werden, tbh, sondern weil diese Frage so viel Gewicht hat.
Als ob "clean sein" ein Endzustand ist, eine Art Glanz-Urkunde, die man bekommt und dann ist alles gut. Aber so ist es doch nicht, oder? Ich hab jetzt seit einem Jahr keinen Stoff mehr angerührt, und das ist krass, ja, ich bin echt stolz drauf. Aber es bedeutet nicht, dass mein Leben plötzlich nur noch aus Sonnenschein und glatten Oberflächen besteht. Immer noch diese alten Muster, diese Gedanken, die einen manchmal echt fertig machen können. Dieses ständige Hinterfragen, ob man auch wirklich alles richtig macht.
Und dann diese Erwartung, dass man jetzt auf jeder Party der strahlende Beweis ist, dass Sucht heilbar ist wie eine Grippe. Wenn ich dann sage, dass es immer noch anstrengend ist, oder dass ich manchmal einfach nur meine Ruhe brauche, dann gucken die Leute komisch. "Aber du bist doch clean, warum bist du dann nicht einfach fröhlich dabei?" Ich glaube, ich hab diese Erwartungshaltung auch selbst verinnerlicht. Diese Vorstellung, dass ich irgendwann mal "normal" sein müsste. Aber was heißt das schon? Vielleicht muss ich einfach lernen, dass mein Weg anders ist, und dass das okay ist. Muss das nicht irgendwie jeder für sich selbst herausfinden?