Öffentlich lesbarer Thread
Kann man jemals wirklich "heil" werden
Also, ich sitz hier am Freitagmorgen und denk nach über all die Artikel, die ich früher als Journalist über Gesundheit und Sucht geschrieben hab. Ich bin jetzt seit ein paar Monaten trocken, und es ist echt krass, wie viele Dinge ich erst jetzt merke, die ich vorher nicht gesehen hab. Wie ich letztens erzählt habe, ist das Wochenende immer noch ein bisschen ein Problem für mich, weil ich dann an all die Abende denke, an denen ich mit Kollegen in der Kneipe gesessen bin und Whisky getrunken hab. Aber es ist nicht nur das Trinken selbst, es ist auch das Gefühl, dass ich mein Leben lang unter einer Art von Rausch gestanden bin, sag ich mal. Ich habe mich gefragt, ob man jemals wirklich "heil" werden kann, wenn man so lange mit der Sucht gelebt hat. Ich meine, es gibt Tage, an denen ich mich richtig gut fühle, an denen ich denke, ich habe es endlich geschafft, aber dann kommt wieder so ein Tag, an dem ich mich fragen muss, ob ich wirklich frei bin. Ich hab gelesen, dass es Studien gibt, die zeigen, dass das Gehirn sich nach einer bestimmten Zeit ohne Alkohol wieder verändern kann, aber ich frage mich, ob das wirklich so einfach ist. Kann man jemals wirklich loslassen und ein ganz neues Leben beginnen, oder bleibt die Sucht immer ein Teil von einem? Ich würde gerne hören, wie andere Leute damit umgehen, und ob sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
