Öffentlich lesbarer Thread
Kann man nach Jahren der Sucht eigentlich noch richtig gesund werden
Ich sitz hier grad und muss an meinen Mann denken. Es ist schon über ein Jahr her, aber manchmal fuhlt es sich an, als wär's erst gestern gewesen, dass ich ihn verloren hab. Diese verdammte Fentanyl-Überdosis. Er war ja eigentlich in Substitution, hat das auch gut gemacht, dachte ich zumindest. Aber dann kam der Jobverlust, der Stress, und irgendwie ist alles zusammengebrochen. Er hat wieder angefangen zu nehmen, und dann war es zu spat.
Das bringt mich irgendwie immer wieder zu der Frage, was "gesund sein" uberhaupt bedeutet. Man redet ja viel über die korperliche Gesundheit, dass man keine Drogen mehr nimmt. Aber was ist mit dem ganzen Rest? Der Psyche, der Seele, dem Gefuhl, wieder ein normales Leben führen zu konnen? Ich seh ja auch meinen Sohn, der immer noch kifft, und ich frag mich die ganze Zeit, ob er jemals wieder richtig rausfindet aus diesem Nebel. Ob das, was die Drogen mit einem machen, jemals wieder ganz weggeht.
Ich hab ja selbst keine Ahnung davon, bin ja nur Angehörige. Aber ich seh, wie schwer es ist, nach so langer Zeit wieder auf die Beine zu kommen. Nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Man ist ja irgendwie auch selbst krank geworden, durch das ganze Leid. Hat hier jemand Erfahrungen, wie man das schafft, wieder wirklich gesund zu werden, nachdem die Sucht so lange Teile vom Leben gefressen hat? Ich brauch da echt mal einen Funken Hoffnung, weil ich grad irgendwie den Glauben daran verliere.
