Öffentlich lesbarer Thread
Der Duft nach alten Zeiten
Also, neulich war ich beim Zahnarzt, weil ich seit Monzen grad wieder stärker müde bin und plötzlich drei Kiele in nem Monat brauchte – irgendwie fühlt sich das an wie bei nem Urlaub, wo dir der Körper sagt, dass ihr länger braucht. Werd also da oben liegen und der Schmerzschmerztermine kommen, und zu mir wird ne Putzfrau, die mir erzählt, dass sie mir helfen kann. Und während sie da was wischt, riecht sie einfach nach nem langen, langen Moment nach nem Duft – irgendwie nach damals, als ich noch jung war und alles dreckig war und ich neben nem Heroin-Schmuggler in Berlin-Mitte stand.
Die Putzfrau hieß wahrscheinlich was anderes, aber der Geruch hat mich echt kurz gegraben. Nicht, dass ich jetzt cravt hab – nein, gar nicht. Aber der Körper hat sich gefragt, ob das die gleiche Leere ist. Ob das die gleiche Leere ist, die ich mir damals dachte, die ich füllte.
Seit 4 Jahren und 1 Monat trag ich jetzt keine Substitution mehr, und trotzdem – manchmal ist es halt so, als könnte man an was anderes craven, ohne es zu wollen.
Kennt das noch wer von früher? Dass du merkst, dass die Sucht nicht nur die Substanz sucht, sondern die Erinnerung?
