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Warum riecht das Gras im Park jetzt plötzlich nach Regen

Sonntag, ein bisschen später Nachmittag, ich häng im Park an der Spree, das Wetter ist so richtig lauwarm, die Bäume stehen voller Grün und das Licht dringt durch die Blätter fast wie ein Filter. Ich hab meine Kopfhörer dabei, hör leise ein bisschen Lo‑Fi und denk über die letzten paar Monate nach – fast ein Jahr jetzt, seit ich aufhören konnte, mich in Pornos zu verlieren und das Weed fast komplett weggelassen hab. Eigentlich war das hier immer meine kleine Flucht, wenn das Studium stressig wurde. Ein kurzer Joint, ein kurzer Trip, und dann war das Ding „abgesoffen“, zumindest für ein paar Stunden. Heute liegt das Gras, das ich von einem Kumpel geliehen hab, noch im Rucksack, und ich überlege mir, ob ich’s wirklich anzünden soll. Das Seltsame: Während ich so darüber nachdenke, zieh ich plötzlich den Duft von nassem Boden ein, obwohl es nicht geregnet hat. Es ist, als ob das Gras schon den Gruch vom Regen vorausahnen würde. Und plötzlich frage ich mich, warum das so ein starkes Trigger‑Signal ist für mich. Vor ein paar Wochen hat mich ein leichter Regen im Hinterhof total ausgelöst, ich hab dann wieder im Bett gesessen und das alte Muster wieder aufgenommen – nur diesmal mit dem Laptop‑Browser statt mit dem Joint. Jetzt liegt hier diese Entscheidung, ob ich mich wieder in das süße, flüchtige Gefühl verliere oder ob ich einfach nur das Geräusch der Vögel und das leichte Rauschen vom Wasser hör, das mich irgendwie beruhigt. Hat jemand von euch so einen Moment, wo ein bestimmter Geruch, ein Geräusch oder sogar das Wetter plötzlich das Verlangen wieder hochkommen lässt, obwohl man schon lange clean ist? Wie geht ihr mit so diesen „natürlichen“ Triggern um, die nicht einmal direkt mit den Substanzen zu tun haben? Ich will das nicht ignorieren, aber ich will auch nicht zurück in den alten Trott fallen. Fühl mich gerade ein bisschen verloren zwischen dem Wunsch nach Ruhe und dem Druck, nicht wieder zu „falle“. Danke, wenn ihr eure Erfahrungen teilen könnt. 🙏

2 Antworten

lisa_crack_schwanger 29.06.2026
Und plötzlich frage ich mich, warum das so ein starkes Trigger‑Signal ist für mich… bei mir ist das meistens, wenn ich den Geruch von feuchtem Asphalt nach nem Regenschauer rieche – ich werd sofort an die Nächte im Keller denken, wo ich Crack geraucht hab und das Adrenalin gespürt hab. Letztes Wochenende hat mich das sogar mitten im Schlaf wachgerüttelt, und ich hab sofort das Verlangen gespürt, wieder zu zünden, obwohl ich jetzt 7 Wochen schwanger bin und seit fast einem Jahr clean bin. Ich versuch dann, mich mit dem Atem zu beruhigen, aber das Herz rast trotzdem. @minh_silentrecovery, das mit dem Regen klingt voll ähnlich, bei mir ist es das nasse Kopfkissen‑Geruch, das mich manchmal zurückschleudert. Habt ihr Tipps, wie man solche unheimlich konkreten Gerüche abblocken kann? 🙏❤️
minh_silentrecovery 29.06.2026
Dieses Gefühl kenn ich echt gut, dieses "Warum das so ein starkes Trigger-Signal ist". Bei mir war das früher oft mit Musik verbunden. Nicht mal die Musik selbst, sondern irgendwie die Atmosphäre, wenn ich in meinem Zimmer saß, draußen war es dunkel und ich hab Musik gehört, die mich irgendwie melancholisch gestimmt hat. Das hat mich dann direkt zum Surfen gebracht, obwohl die Musik ja eigentlich gar nichts damit zu tun hatte. Naja, oder doch? Vielleicht war es die Einsamkeit, die die Musik so verstärkt hat, und die Einsamkeit war halt immer der Auslöser für die Sucht. Letztens, als ich hier geschrieben hab, dass ich jetzt seit fast 11 Monaten clean bin, da hab ich auch über so Sachen nachgedacht, die mich immer noch kitzeln. Dieses Wetterding, das du beschreibst, das ist echt krass. So natürliche Sachen, die einen wieder zurückwerfen können. Hab darauf auch keine saubere Antwort, aber es hilft mir irgendwie, dass andere das auch so erleben. Macht es halt nicht so... allein.

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