Öffentlich lesbarer Thread
Der erste Tag ohne Korn – was macht ihr, wenn der Griff nach dem Glas zurückkommt
Heute Nachmittag hab ich wieder mit Buster am Deich rumgelaufen, so wie jeden Tag. Der Wind hat den salzigen Duft vom Wasser mitgebracht und ich hab mir gedacht, ja, das ist das Leben, das man nach 335 Tagen nüchtern noch so spürt. Aber dann, mitten im Schritt, kam die alte Gewohnheit: das leere Glas in der Hand, das eigentlich nie da war. Ich hab kurz gestoppt, hab das Glas nur in meiner Vorstellung gehalten und ein bisschen das alte Verlangen gespürt.
Ich weiß, das klingt jetzt fast schon wie ein schlechter Witz – ich, der alte Hafenmann, sitzt am Deich und malt sich ein Bier vor. Aber das passiert, gerade wenn die Sonne sich über den Elbinseln legt und man plötzlich nichts mehr zu tun hat außer zu denken. Meine neue Partnerin hat mir damals gesagt, ich soll mir was Anfängliches suchen, das die Hände beschäftigt. Ich hab dann versucht, das Akkordeon wieder auszuprobieren, das ich im Schuppen gefunden hab. War aber eher ein riesiger Lärm, den ich kaum halten konnte, und Buster hat die Ohren zugeklappt.
Habt ihr so kleine Rituale, die ihr anzieht, wenn das Verlangen plötzlich wieder zucken tut? Ich meine, etwas, das nicht gleich ein neues Hobby ist, aber eben einfach greifbar. Vielleicht ein kurzer Spaziergang mit nem anderen Hund, ne alte Zeitung durchblättern oder einfach ne Tasse Tee, die man nie fertig austrunken lässt? Ich bin gespannt, was ihr so macht, wenn das „Glas“ in der Fantasie wieder auftaucht.
Und wenn ihr ein paar Tipps habt, die nicht gleich die halbe Fachliteratur sind, immer her damit. Ich hör mir das gern an.
