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Öffentlich lesbarer Thread

Funktionsdroge im Job – Wie lange kann man das noch verstecken

Ich sitz gerade mit nem leeren Glas auf dem Balkon, die Lichter von der Stadt glitzern und mein Kopf fühlt sich irgendwie leer an, aber trotzdem so voll. Seit knapp 4 Monaten bin ich clean – 141 Tage ohne Koks, und das fühlt sich manchmal an wie ein kleiner Sieg, manchmal wie ein endloser Marathon. Was mich heute beschäftigt, ist die Frage, wie sehr wir in bestimmten Jobs das Koks‑Kick eigentlich als normalen Teil des Arbeitsalltags verkaufen. Als Barkeeperin war das ja fast schon „Standard“, das hat uns durch die endlosen Schichten getrieben, die Gäste hatten immer was zu trinken, und wir mussten immer auf Zack sein. Ich hab mir damals eingeredet, das sei nur ein bisschen „Wachmacher“, ein bisschen Funktionsdroge, nichts Schlimmes. Doch irgendwann war das nicht mehr nur ein bisschen, das war ein fester Teil meiner Routine geworden, und keiner hat es jemals hinterfragt, weil es ja in der Gastro‑Szene ja irgendwie normal war. Jetzt, wo ich im Büro arbeite und die Nächte viel ruhiger sind, merke ich, wie schnell ich das Bild vom „unsichtbaren“ Konsum wieder aus dem Kopf schieben will. Meine Kolleg*innen fragen nie nach meinem „Energie‑Boost“, aber ich frage mich, wie viele von euch in Jobs wie Event‑Management, Pflege oder sogar IT das gleiche durchmachen, ohne dass es je als Sucht bezeichnet wird? Wie geht ihr mit diesem inneren Druck um, immer perfekt zu funktionieren, ohne dass jemand das Tabu „Koks im Job“ anfasst? Ich würde gern eure Erfahrungen hören, besonders von denen, die jetzt clean sind und trotzdem in solchen Bereichen arbeiten. Was hilft euch, das unsichtbare Tabu zu brechen, ohne gleich wieder in alte Muster zu fallen? 🙏
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