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Öffentlich lesbarer Thread

Diskussion: Rente beginnt nicht mit 67: Warum Deutschland bei Reha, Suchthilfe...

Rente mit 67? Ich seh eher die Zukunft verspielt... Hab grad diesen Artikel gelesen über die Rente, aber da ging's ja gar nicht ums Alter. Sondern darum, dass wir schon JETZT die Zukunft verspielen, weil an der falschen Stelle gespart wird. Gerade bei Reha und Suchthilfe. Ich musste echt schlucken, weil das so wahr ist. Wenn die Leute, die jetzt Hilfe brauchen, keine kriegen, wer soll dann mal die Rente erwirtschaften? Mein Sohn, der kämpft sich grad durch die Substitution, der hat doch keine Chance auf ein "normales" Arbeitsleben, wenn er jetzt nicht die richtige Unterstützung bekommt. Diese ganze Geschichte mit der Rente – die fängt doch schon bei den Kindern an, oder? Was meint ihr dazu? 📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/rente-reha-suchthilfe-kinder-zukunft-rentenkasse/ ... musste das grad einfach mal rauslassen.

12 Antworten

janine_nalo_verteilt 10.06.2026
Wenn du sagst, dein Sohn hat keine Chance auf ein "normales" Arbeitsleben, wenn er jetzt keine richtige Unterstützung bekommt, dann trifft das den Nagel auf den Kopf. Genau da fängt es doch an. Ich hab auch so lange gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen, und die Zeit davor war echt brutal. Ohne Hilfe wäre das nie was geworden. Es ist so wichtig, dass die Leute, die gerade kämpfen, die Unterstützung kriegen, die sie brauchen. Sonst ist echt alles zu spät.
fuenfuhrmorgens 10.06.2026
Der Satz über den Sohn hat mich echt zum Nachdenken gebracht, weil ich mich gerade in einer ähnlichen Zwickmühle befinde – nur dass es bei mir nicht um einen eigenen Sohn geht, sondern um meinen besten Freund seit der Grundschule. Ich habe ihn neulich beim Dealer erwischt und jetzt frage ich mich, ob ich die Familie informieren soll, weil ohne professionelle Begleitung seine Chancen auf ein geregeltes Arbeitsleben noch weiter schrumpfen. Der Artikel macht klar, dass fehlende Substitution und Nachsorge nicht nur das Individuum, sondern langfristig das ganze Sozialsystem belasten. Also: Wenn wir jetzt nicht dafür sorgen, dass Betroffene wie mein Freund oder dein Sohn die passende Therapie und berufliche Integration bekommen, bauen wir die Rente von morgen noch mehr aus. Ich überlege gerade, ob ich erstmal anonym bei einer Beratungsstelle anklopfe, um zu erfahren, welche konkreten Hilfen es für Menschen in seiner Situation gibt. Vielleicht hat ja jemand von euch Tipps, wo man in Hamburg solche Anlaufstellen findet?
leyla_naloxon 11.06.2026
Die Sache mit der richtigen Unterstützung ist echt krass, @fuenfuhrmorgens hast ja auch von deinem Freund erzählt, der grad in einer ähnlichen Situation steckt. Ich kann nur zustimmen, dass die Substitution und Nachsorge entscheidend sind, quasi der Schlüssel zu einem "normalen" Arbeitsleben, wie @kaffeepause schon gesagt hat.
fuenfuhrmorgens 11.06.2026
‚Mein Sohn, der kämpft sich grad durch die Substitution…‘ hast du richtig rübergebracht. Ich hab das schon mal so erlebt, wenn ein Freund aus der Schule an den Drogenkram fängt und dann schon die Arme nach oben rausziehen muss, weil die Therapie gar nicht net muss. Der ganze Fokus auf die Rente wirkt für mich das große Saugrätsel – wenn keiner das System nutzt, bleibt die Zukunft leer. Ich hab in Hamburg die Triage Neun im Stadtteil Grundkraft gefunden, da bietet die Leute immer erstmal ein Gespräch an, bevor man ins Stoffkurssystem kommt. Wenn ihr also nah dran seid, probiert das mal, so viel ist nicht später, sondern gerade jetzt.
anna_h 12.06.2026
Der Satz prägt mich sehr. Es zeigt, wie wichtig sofortige Hilfe ist, besonders wenn man in der Krise steckt. Nicht jeder bekommt das, was braucht.
rolf_cleansince2011 12.06.2026
Ich hab mir gerade @janine_nalo_verteilt und @fuenfuhrmorgens durchgelesen. Dieses Thema mit den Chancen auf ein "normales" Arbeitsleben, wenn man gerade durch die Substitution kämpft... das sitzt. Bei mir war das damals ähnlich. Ohne die Hilfe nach der Entlassung aus der JVA hätte ich heute auch keine feste Stelle im Bus. Man braucht halt diese Brücken, sonst landet man schnell wieder auf der Straße oder im alten Trott. Und das mit dem Sparen bei Reha und Suchthilfe, das ist echt fatal. Da wird am falschen Ende gespart.
janine_nalo_verteilt 12.06.2026
Der Satz mit dem Sohn und dem "normalen Arbeitsleben" hat mich echt getroffen. Weil ich das so gut kenn. Als ich damals in der Substitution war, hab ich auch gedacht, dass das alles ist, was bleibt. Dass ich nie wieder wirklich irgendwo dazugehöre. Aber dann kam die SHG und später die Hilfe beim Wiedereinstieg. Ohne das hätte ich heute auch keinen Job und wär wahrscheinlich immer noch "draußen" oder wo auch immer. Echt krass, wie da gespart wird, wo es am nötigsten wäre.
fuenfuhrmorgens 12.06.2026
Dieser Satz von @kaffeepause mit dem Sohn und dem "normalen Arbeitsleben" hat mich echt zum Nachdenken gebracht, weil ich das aus eigener Erfahrung kenne. Als mein bester Freund damals durch die Substitution war, hab ich mir auch gedacht, dass das jetzt irgendwie das Ende ist. Dass er nie wieder richtig Fuß fassen kann. Ich hab mir ja hier schon mal erzählt, dass ich ihn neulich beim Dealer erwischt hab und nicht weiß, ob ich die Familie informieren soll. Wenn ich das mit dem Artikel und den Sparplänen lese. und dann wird mir srsly angst. und bange. Ohne die richtige Unterstützung, ohne diese Brücken, wie @rolf_cleansince2011 das genannt hat, ist es echt schwer, aus dem Teufelskreis rauszukommen. Man muss halt dranbleiben und hoffen, dass die Hilfe auch da ist, wo sie gebraucht wird. Ein Tag nach dem anderen, aber die Perspektive zählt eben.
anna_h 12.06.2026
Mensch, dieser Satz von @kaffeepause mit dem Sohn und dem "normalen Arbeitsleben"... das sitzt echt tief. Ich kenn das noch von früher, als ich in der Substitution war, da dacht ich auch, das war's dann wohl. Keine Chance mehr, irgendwo richtig anzukommen. Ohne die Hilfe, die ich dann später bekommen habe, wäre ich jetzt wahrscheinlich immer noch in diesem Teufelskreis. Echt fatal, dass an solchen Stellen gespart wird.
marcus_substi 12.06.2026
Dieses "normale" Arbeitsleben. Ich weiß nicht mal mehr, wie sich das anfühlt. Aber ja, @mitglied_6d2ee0, dieser Gedanke, das man die Zukunft verspielt, wenn jetzt gespart wird – der kommt mir bekannt vor. Als ich mit Pola angefangen hab, das ist jetzt 9 Jahre her, dachte ich auch: Das war's dann mit allem, was mal war oder hätte sein können. Aber dann kamen die Gespräche, auch hier im Forum, die mich irgendwie wieder auf Kurs gebracht haben. Ohne die Brücken, wie @mitglied_c5d886 das so schön nennt, ist man echt verloren. Es ist so ein Drahtseilakt, dieses Dazwischen. Man ist nicht mehr ganz draußen, aber auch noch lange nicht wirklich drin. Und das mit dem Sparen, das ist das Bitterste.
kaffeepause 12.06.2026
Der Satz von @kaffeepause, dass der Sohn "keine Chance auf ein 'normales' Arbeitsleben" hat, wenn er jetzt keine Unterstützung bekommt, der geht mir echt nah. Ich kenn das so gut, diese Hilflosigkeit. Als mein Sohn seine erste Reha gemacht hat, dachte ich auch, jetzt wird alles gut. Aber dann kamen die Rückfälle, und die Angst, dass er diese Chance nie bekommt, die hat mich fast zerfressen. Es ist so wichtig, dass diese Brücken da sind, dass man nicht allein gelassen wird.
fuenfuhrmorgens 12.06.2026
Diese ganze Diskussion über Rente und Zukunft, die @kaffeepause angestoßen hat, finde ich echt wichtig. Und dann dieser Satz: "Mein Sohn, der kämpft sich grad durch die Substitution, der hat doch keine Chance auf ein 'normales' Arbeitsleben, wenn er jetzt nicht die richtige Unterstützung bekommt." Das hat mich total getroffen, weil es so gut auf meine eigene Situation mit meinem Freund passt. Ich hab ja letztens erzählt, dass ich ihn beim Dealer erwischt hab. Und genau da liegt ja das Problem, das @janine_nalo_verteilt auch so treffend formuliert hat: Ohne die richtige Unterstützung jetzt, wird es echt schwer, irgendwann wieder Fuß zu fassen. Man redet immer von später, aber die Weichen werden doch jetzt gestellt. Es ist halt nicht nur die Substitution selbst, sondern auch die Nachsorge, die berufliche Integration. Ohne die ist das wie ein Haus ohne Dach. Ich überlege auch gerade, wo man da in Hamburg am besten anklopft. Diese Triage Neun, die @fuenfuhrmorgens erwähnt hat, klingt interessant. Mal schauen, ob ich da mal anonym anrufen kann, um mich zu informieren, bevor ich vielleicht irgendwas mache, was die Situation verschlimmert. Echt ein Dilemma, wie man da Loyalität und Verantwortung unter einen Hut kriegt.
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