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Wenn der Kiez nachts ruft, aber das Herz still bleibt

kurz bevor ich ins bett falle: Ich sitz gerade auf dem kleinen Balkon von meiner WG, die Lichter vom Kottbusser Platz glitzern in der Ferne und ich frage mich, warum ich immer noch so leicht aus der Ruhe gerissen werd, wenn jemand „Joints am Ecke“ raushaut. Ich bin jetzt seid 413 Tagen clean – das ist irgendwie ein Stück weit das Gefühl, das ich mir immer vorgestellt hab, aber gleichzeitig dröhnt da noch diese leise Stimme im Hinterkopf, die sagt: „Wallah, du brauchst das doch noch ein bisschen.“ Gestern war ich mit meiner Freundin im Café, und sie hat plötzlich gefragt, ob ich noch „ab und zu“ was rauche. Ich hab nur gegrinst und gesagt, dass ich seit fast einem Jahr und ein bisschen nichts mehr angezündet hab. Sie hat dann so gelacht und meinte, ich sei jetzt die brave Tochter, die immer alles richtig macht. Und ich dachte an meine Mama, die immer noch glaubt, ich sei die brave, die nie Mist baut. Wie sag ich ihr das, ohne dass sie denkt, ich mach jetzt ein Drama? Manchmal habe ich das Gefühl, dass… die ganze Stadt mir sagt, ich soll wieder loslassen, aber ich will nicht zurück zu dem Chaos, das mir früher so vertraut war. Ich geh gerade in Beratung, und dort reden wir über Trigger, aber zu Hause klingt das Telefon manchmal lauter als die Gespräche dort. Habt ihr Tipps, wie man mit dem inneren Druck umgeht, wenn die Kiezgeräusche plötzlich viel zu laut werden, obwohl man eigentlich clean bleiben will? Ich würde gern hören, wie ihr das erlebt habt 😊.
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