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HAUSARBEIT – Mein Nemesis, seid ich clean bin
Alter, ich glaub, ich hab mehr mit dem Staub unter meinem Sofa gekaempft als mit meinen Entzugserscheinungen. Ok, vielleicht übertreibe ich, aber echt jetzt: Seit ich vor ein paar Monaten beschlossen hab, diesen ganzen Chemie-Schrott hinter mir zu lassen, hab ich gemerkt, dass mein Hirn nicht nur bei der Substanzwahl, sondern auch bei praktisch allem anderen ausgehakt ist.
Ich bin jetzt seit ziemlich genau 10 Monaten clean, und hey, das ist schon mal 'ne Ansage, oder? Ich kann endlich wieder die Farben sehen und so. Aber wehe, es geht darum, die Wohnung mal auf Vordermann zu bringen. Ich hab gestern versucht, den Abwasch zu machen. Ehrlich, ich stand da vor dem Spülbecken und hab gedacht, ich muss gleich kotzen. Nicht wegen dem Gestank, sondern weil ich einfach nicht gerafft hab, wo ich anfangen soll. Erst das Geschirr aus dem Weg raeumen? Oder doch erst die Spülmaschine ausräumen? Und dann dieser Berg an alten Pizzakartons und leeren Flaschen in der Ecke... mein Kopf ist da einfach total überfordert. Fühlt sich an wie ein riesiges Excel-Sheet, das ich nicht sortieren kann.
Früher hab ich das alles einfach weggekippt oder mit 'ner schnellen Kippe oder 'nem Schluck aus der Pulle "gereinigt". Jetzt sitz ich da und bin komplett blockiert. Hat noch jemand von euch solche Probleme? Wie geht ihr damit um, wenn so alltägliche Sachen ploetzlich riesige Huerden sind? Ich mein, ich will ja sauber leben, aber manchmal fuehlt sich das alles so... unuebersichtlich an. Und der Gedanke, dass ich wegen 'ner dreckigen Kueche wieder rückfällig werden könnte, ist irgendwie beängstigend.
