Öffentlich lesbarer Thread
Wenn die Pille nicht mehr reicht – und man merkt, wie sehr man sich an den Kick gewöhnt
Moin zusammen,
muss mal wieder was loswerden, weil ich gestern Abend wieder fast nciht gut geschlafen hab, obwohl ich eigentlich müde war.
Also, ich nehm seit ein paar Monaten Ritalin, wie ihr wisst. Langsame Steigerung, immer am Limit, so lala. Aber neulich merk ich: einfach nassgelaufen, irgendwie. Die Dosis, die vor drei Wochen noch mein Gehirn am Laufen gebracht hat wie ne Propellermaschine, tut heute nicht mehr. Ich hab versucht, sie um eine halbe Einheit hochzuschrauben – und danach war ich so wach, als hatte ich fünf Ampulllen Koffein gehamt. Herz klopfte, Hande zitterten, und trotzdem konnte ich mich nicht konzentrieren. War als stünde ich permanent im Fruhlingstrauß, aber den Boden unter den Füßen verloren hätte.
Und dann kam das Schlimmste: als ich die Pille am nächsten Tag wieder weggelassen hab, um ‘ne Pause zu machen – da hat mein Korper sofort gezittert. Langsam. Dumpf. Als würde er sich an den Kick erinnern und sagt: „Hey, wo ist denn der Feuerwehrmann, der mich hier rausholt?“
Manchmal frag ich mich, ob ich die Medikamente kontrollier oder ob die Medikamente mich.
Kennt ihr das? Wenn die Routine mehr wird als der Effekt? Wenn man Angst hat, was passiert, wenn man sie nicht nimmt – nicht vor dem Rauscheln, sondern vor dem Langweilen, vor dem leeren Schaukeln ohne Schwung?
Manchmal hab ich das Gefühl, ich brauch die Pillen nicht mehr, um hoch zu sein – sondern um nicht runterzubrechen. Und das macht mich mude.
Buster bellt schon wieder, also muss ich los. Danke fürs Zuhören, ihr ollnen Wisser.
