Öffentlich lesbarer Thread
Deutsche Drogenpolitik: Chance oder Falle für uns
letzte Woche hab ich auf dem Protest in Berlin mit der Sucht‑Community rumgehuepft, weil die Leute voll auf das neue Drogen‑dekriminalisierungs‑Projekt ansprachen. ich hab mich, wie immer, mitten in den Lärm gestellt und dabei ein paar Leute getroffen, die genauso wie ich schon seit 11 Monaten clean sind. sie sagten, dass der Gesetzeswechsel ihnen Hoffnung gibt, weil sie nicht mehr im Schwarzmarkt rumhaengen müssen und nicht ständig vor der Polizei fliehen. aber ich hab mir auch ein bisschen Sorgen gemacht – wie sieht das aus, wenn die Drogen legal sind, aber keine Hilfe mehr fuer die, die aus der Sucht raus wollen?
ich hab gestern in den Nachrichten gelesen, dass der Bundestag ein Gesetzesentwurf vorlegt, der Kiffen in bestimmten Mengen entkriminalisieren will, aber gleichzeitig mehr staatliche Beratungsstellen einrichten soll. das klingt gut, aber ich frage mich, ob das wirklich für Leute wie mich reicht, die nach einem klaren Plan suchen. mein Mentor in der Therapie hat mir gesagt, dass gesetzliche Rahmenbedingungen zwar wichtig sind, aber am Ende der Schluessel in der Selbst‑Verantwortung liegt.
also meine Frage: Habt ihr das Gefuehl, dass die Politik uns wirklich hilft oder ist das eher ein politisches Spiel, das uns in neue Suchtfallen lockt? Ich will wissen, ob ihr das anders seht oder ob ihr meint, wir brauchen mehr direkte Unterstuetzung statt nur Legalisierung. Wuerde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen oder Gedanken dazu teilt. Danke!
