Öffentlich lesbarer Thread
Die neue Drogenpolitik und der Blick zurück?
Also, ich sitz hier jetzt an diesem Montagmittag und starre aus dem Fenster. Das Wetter in Berlin ist heute irgendwie grau, so richtig typisch für den Vibe hier in der Stadt, wenn man den ganzen Morgen nur nachdenkt. Ich habe heute Morgen die Nachrichten gelesen über die Debatten zur Legalisierung und wie sich die Gesetze hier in Deutschland langsam ändern.
Da muss ich irgendwie an die späten 70er denken, als ich das erste Mal in der Westberliner Szene gelandet bin. Damals war das alles so... anders. Man kann es kaum beschreiben, aber es war eine ganz eigene Welt, fast wie eine Parallelgesellschaft. Die Polizei war da ganz anders unterwegs, und das Hilfesystem? Das war damals eher so ein "nimm oder lass dich einsperren"-Ding. Man war entweder Teil der Szene oder man war weg. Heute, mit über 40 Jahren Suchtgeschichte hinter mir, fühlt sich das alles so weit weg an, aber gleichzeitig auch so nah.
Es ist echt krass, wie sehr sich die politische Sichtweise verschoben hat, aber wenn ich so überlege, was wirklich gleich geblieben ist... Eigentlich die Stigmatisierung. Egal ob man jetzt substitutionstechnisch stabil ist oder noch voll im Schlamassel steckt, der Blick von draußen ist oft derselbe. Man wird immer noch wie ein Fremdkörper behandelt.
Ich frage mich echt, ob die neuen Gesetze wirklich bei denen ankommen, die es am nötigsten haben? Oder bauen wir nur neue bürokratische Hürden auf, während die Leute auf der Straße eh nicht mehr mitspielen? Ich hab ja jetzt selbst seit etwa einem Monat diesen Weg versucht, clean zu bleiben, und da merkt man erst mal, wie sehr man eigentlich nur Ruhe im Kopf braucht. Aber das ist wohl eher mein persönliches Thema.
Was meint ihr dazu? Denkt ihr, die Politik versteht überhaupt, was auf den Straßen hier in Berlin wirklich abgeht, oder wird da nur über Paragrafen diskutiert, während die Realität völlig untergeht? 🙏
