Öffentlich lesbarer Thread
Wie halte ich Abstand, ohne mich als Monster zu fühlen
Ich hab’s jetzt fast ein Jahr, seitdem ich endlich aus dem Haus meiner Mutter ausgezogen bin. Der Alltag hier in der WG ist okay, die Ausbildung läuft, und ab und zu schaffe ich’s sogar, das Gym zu besuchen, ohne gleich an die nächsten Alkoholepisoden zu denken. Aber jedes Mal, wenn ich mir einen freien Abend gönnen will, klingelt das Handy und meine Mutter ruft an, sagt, sie hat wieder einen Schluck zu viel genommen und braucht mich. Ich lege auf, weil ich sonst sofort in den Stress‑Kreislauf reingehe, aber dann überkommt mich das Schuldgefühl wie ein dicker Nebel.
Gestern war ich mit ein paar Kumpels im Park, wir haben gechillt und ein bisschen gesungen, und plötzlich kam die Nachricht: „Mama, ich brauch dich.“ Ich hab dann sofort das Handy weggelegt, weil ich nicht wollte, dass der Abend wieder zu einem Drama wird. Jetzt sitz ich hier im Bett, die Wohnung ist still, und ich frage mich, ob ich zu hart bin. Bin ich echt das böse Kind, das seine Mutter einfach im Stich lässt? Oder muss ich endlich lernen, meine eigenen Grenzen zu wahren, ohne mich dafür zu verurteilen?
Wie geht ihr mit diesen Momenten um, wenn ihr das Gefühl habt, ihr solltet immer da sein, aber eure eigene Seele schreit nach Ruhe? Ich will nicht mehr das Gefühl haben, ich wäre ein schlechter Mensch, nur weil ich mal nein sage. 🙏
Vielleicht hilft ja ein kleiner Tipp von euch, wie ihr euch selbst wieder zulassen könnt, einfach mal nichts zu tun, ohne das Gewissen zu zerreißen. Danke.
