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Der verdammte Ehrgeiz, den ich nicht abschalten kann
Boah, Montag, ne? Ich sag's euch, ich bin heut Morgen aufgewacht und irgendwie war sofort dieser Druck da. So von wegen: „Jetzt aber Gas geben, Yvonne! Lass dir nix anmerken!“ Als ob das so einfach wär. Ich bin jetzt seit 29 Tage clean, und das fühlt sich an wie ein Marathon, bei dem man zwischendurch immer wieder über eigene Füße stolpert.
Immer diese Angst, dass es auffliegt. Dass die Leute merken, dass hinter der Fassade mehr ist als nur „hart arbeitende Selbstständige“. Ich hab ja früher echt gedacht, ich kann das alles trennen. Arbeit, Kokain, mein Sohn – alles unter einen Hut kriegen. War ja auch alles auf Hochglanz poliert, nach außen hin. Die geordnete Wohnung, die erfolgreichen Projekte, der Lächeln. Naja, was soll ich sagen, die Realität hat mich eingeholt. Und wie. Jugendamt, Sohn beim Vater, Selbstständigkeit weg. Alles weg.
Und jetzt, wo ich echt versuche, neu anzufangen, auch beruflich, dieser verdammte Ehrgeiz, der mich mal ganz nach oben gebracht hat, der treibt mich jetzt fast in den Wahnsinn. Ich sitz hier und hab so viele Ideen, ich will wieder was aufbauen, was Solides. Aber dann kommt diese Stimme, die flüstert: „Das reicht nicht. Du musst mehr. Schnell. Sonst fällst du wieder.“ Ich mein, ich will ja gesund werden, wirklich. Aber dieser Zwang, immer mehr zu wollen, besser zu sein, stärker zu wirken, der ist so tief drin. Kennt ihr das auch? Wie kriegt man diesen inneren Antreiber in den Griff, wenn er einen zerfrisst, aber man ihn gleichzeitig braucht, um wieder auf die Beine zu kommen? Ich hab grad echt keine Ahnung, wie ich das hinkriegen soll.
