Öffentlich lesbarer Thread
Heute wieder dieser Druck, einfach nur wieder loszulassen
Also, ich weiss nicht, wie ihr das mit euren Essgewohnheiten macht, aber ich hab ja mittlerzweile echt ein bisschen Fortschritt gemacht, was das ganze Damit zu tun hat. Vorhin war ich wieder im Kuechenschrank rumfingern – nicht aus Hunger, eher aus dieser komischen Langeweile, die manchmal kommt, wenn die Gedanken zu viel sind.
Ich steh jetzt seit 12 Monaten stabil, und irgendwie hab ich den Eindruck, dass mein Koerper immer noch nicht richtig glaubt, dass das jetzt gut ist. Wie damals, als ich erzaehlt hab, dass es schwer ist, Bier zu trinken, seitdem ich clean bin. Da war es ähnlich – eine Machtlosigkeit, die einen einfach packt.
Heute hat es wieder gekracht. Ich hab nen Keks gepackt, den ich eigentlich nicht essen wollte, und dann dieser ganze Kampf in meinem Kopf: "Iss ihn, du wirst eh nicht viel davon merken" – "Nein, du fängst wieder an, das wird wieder so wie immer."
Ich hab ihn letztendlich nicht gegessen. Stattdessen hab ich mich auf die Couch gelegt und einfach nur den Atem gehört. Das klingt jetzt natuerlich total flach, aber irgendwie hilft es manchmal, wenn man einfach die Finger von sich weghaelt und versucht, zu spueren, was gerade hier in der Brust passiert.
Ich weiß nicht, ob das was hilft. Aber ich wollte es trotzdem aufschreiben, weil es wieder eines dieser Tage war, an denen man merkt: Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern darum, heute nicht noch einen Schritt weiterzufallen.
