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Doomscrolling und die Sucht nach dem nächsten Hit
Hab mich jetzt mal hier angemeldet, weil ich echt nicht mehr weiter weiß. Bin seit 22 Tagen clean, also von Koks und Alkohol. Fühlt sich gut an, aber auch irgendwie… leer. Ich bin Consultant-Trainee, und mein Leben war immer auf Leistung getrimmt. Jetzt bin ich krankgeschrieben und sitz oft stundenlang rum. Früher hab ich halt nach der Arbeit noch 'nen schnellen Nasen gekriegt, um hochzukommen, und dann abends Bier, um runterzukommen. Das war mein Rhythmus.
Jetzt hab ich irgendwie diese Lücke und greif zu meinem Handy. Vor allem zu TikTok und Instagram. Dieses ganze Doomscrolling, kennt das noch jemand? Man scrollt und scrollt durch negative Nachrichten, schlimme Videos, irgendwelche Dramen. Und irgendwie… es gibt einem kurz so einen Kick. So einen kleinen Adrenalinstoß, wie früher beim Koks. Nur halt viel schwächer und total sinnlos. Aber ich krieg davon nicht genug. Ich weiß, dass es mich runterzieht, dass ich danach noch schlechter drauf bin, aber ich kann nicht aufhören.
Ist das auch so eine Art Sucht? Diese ständige Suche nach dem nächsten "Hit", auch wenn es nur ein negativer ist? Ich hab ja echt versucht, mein Leben umzukrempeln, aber diese kleinen digitalen Drogen sind so allgegenwärtig. Manchmal hab ich das Gefühl, das ist fast schlimmer als die richtigen Drogen, weil es keiner merkt und es sich so schleichend einschleicht. Hat jemand Tipps, wie man da rauskommt, ohne gleich das Handy wegzuwerfen? Ich bin echt ratlos, weil das ist ja auch mein "soziales Leben" irgendwie, keine Ahnung.
